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EU will Kartengebühren deckeln

Kartengebuehren deckeln
Kartengebuehren deckeln(c) Clemens Fabry
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Die Europäische Kommission denkt daran, die Gebühren für Kartenzahlungen zu senken. Die Verbraucher sollen davon profitieren.

Wien/Red./Nst. Die EU-Kommission plant Gebühren für Kredit- und Bankomatkarten zu deckeln. Betroffen sind die sogenannten Interbankenentgelte, die beim Bezahlen mit Kreditkarten anfallen. Werden diese Spesen gesenkt, verringern sich in der Theorie auch die Gebühren für den Händler und infolgedessen für den Endkunden.

Der Kommission zufolge sollen die Gebühren für Zahlungen mit Kreditkarte auf 0,3 Prozent der Kartentransaktion reduziert werden. Bei Bankomatkarten soll ein Satz von 0,2 Prozent zu Anwendung kommen. In Brüssel ist man der Ansicht, dass die Deckelung eine Senkung der Kreditkartengebühren bewirken wird. Die Kosten sollen sich bei Kreditkarten demnach auf künftig 3,5 Mrd. Euro belaufen. Das würde einer Reduktion von 2,2 Mrd. Euro entsprechen.

Kartengesellschaften wie Mastercard stehen dem Vorstoß der Kommission skeptisch gegenüber. Laut dem Unternehmen bestehe die Gefahr, dass die niedrigeren Gebühren nicht beim Verbraucher ankommen werden, weil etwa Händler gesunkene Spesen nicht an den Endkunden weitergeben könnten. Ein weiterer Aspekt sei, dass sich mit der Gebührensenkung nichts an den Kosten für die Banken ändere. Das heißt, Verbraucher könnten am Ende mehr für ihre Kreditkarten bezahlen müssen.

Franz Rudorfer, Geschäftsführer der Bundessparte Bank und Versicherung in der Wirtschaftskammer, sagt dazu: „Auch durch Regulierung lösen sich die Kosten nicht in Luft auf.“

Als Negativbeispiel führt Mastercard den spanischen Markt an. Dort seien die Interbankenentgelte von 2006 bis 2010 reguliert worden. Statt dem Verbraucher 800 Mio. Euro zu ersparen, wurden die Gebühren für Kreditkarten um 50 Prozent angehoben.

Zunächst sieht die Kommission eine zweijährige Übergangslösung vor. Die Deckelung wäre in dieser Zeit nur für grenzüberschreitende Transaktionen vorgesehen, wie die „Financial Times“ schreibt. Erst im Anschluss daran sollen die Limits auch im Inland gelten. Noch handelt es sich allerdings um einen Vorschlag der EU-Kommission. Beschlossene Sache ist es aber noch nicht.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.07.2013)