Tourismus

China erlaubt wieder Gruppenreisen nach Österreich

Zwei chinesische Touristinnen in London. Auch für Großbritannien hat die KP-Führung nun grünes Licht gegeben.
Zwei chinesische Touristinnen in London. Auch für Großbritannien hat die KP-Führung nun grünes Licht gegeben.Reuters / Neil Hall
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Mit einem halben Jahr Verspätung hat die Volksrepublik nun auch Österreich zum unbedenklichen Ziel für Gruppenreisen erklärt. Diesen Status haben nun 120 Staaten weltweit.

Ein halbes Jahr lang ließ China die österreichische Tourismusbranche warten. In der Nacht auf Donnerstag kam das grüne Licht aus Peking. Die Volksrepublik gestattet wieder Gruppenreisen nach Österreich. Das gab Chinas Kultur- und Tourismusministerium in einer Aussendung bekannt, die der „Presse“ vorliegt. Chinesische Reiseveranstalter dürfen „ab sofort“ wieder Sammelangebote für Flugtickets und Hotelbuchungen unterbreiten. Insgesamt setzte die KP-Führung mit einem Schlag insgesamt 60 Staaten auf die weiße Liste für organisierte Auslandsreisen, darunter außer Österreich auch Deutschland, Großbritannien, die Türkei, Japan, Israel, die Slowakei und Tschechien. Chinesischen Individualtouristen waren Österreich und weite Teile der Welt auch davor schon offen gestanden.

In einem ersten Schritt hatte China nach der Lockerung seiner strengen Corona-Regeln Ende Dezember 2022 bereits im Februar Ungarn und die Schweiz für Gruppenreisen geöffnet, später dann auch andere europäische Staaten wie die Seidenstraßen-Partnerstaaten Griechenland, Serbien, Kroatien, Albanien, Slowenien und Italien, aber auch Frankreich, Spanien, Island, Dänemark, Portugal und Slowenien. Seit der Pilotphase habe sich der Auslandstourismusmarkt stabil und geordnet entwickelt, hieß es nun in der Mitteilung der chinesischen Behörden.

Die neuen Länder auf der weißen Liste

Europa: Österreich, Irland, Estland, Andorra, , Bulgarien, Nordmazedonien, Belgien, Bosnien und Herzegowina, Polen, Deutschland, Finnland, Niederlande, Montenegro, Tschechien, Lettland, Litauen, Liechtenstein, Luxemburg, Rumänien, Malta, Monaco, Norwegen, Schweden, Zypern, Slowakei, Großbritannien

Asien: Oman, Pakistan, Bahrain, Südkorea, Katar, Libanon, Bangladesch, Myanmar, Japan, Türkei, Israel, Indien
Afrika: Algerien, Äthiopien, Benin, Botswana, Äquatorialguinea, Kap Verde, Ghana, Kamerun, Côte d‘Ivoire, Ruanda, Madagaskar, Malawi, Mali, Marokko, Mosambik, Seychellen, São Tomé und Príncipe, Tunesien

Nordamerika: Antigua und Barbuda, Barbados

Alles in allem gelten in China weltweit nun 120 Staaten wieder als unbedenkliche Reiseziele. Vor der Pandemie zählte Österreich eine Million chinesische Ankünfte. 2022 nur noch ein Fünftel davon. 2019 reisten rund 60 Prozent der chinesischen Touristen in Gruppen an, die zuletzt vor allem in Österreichs großen Sehenswürdigkeiten vermisst worden sind. Im Jahr 2019 besichtigten 400.000 chinesische Gäste das Schloss Schönbrunn. Das waren immerhin 14 Prozent aller Besucher. Heuer lösten gerade einmal 30.000 Chinesen Eintrittskarten: Individualtouristen und Gruppen aus europäischen Ländern mit chinesischen Communities wie Italien oder Frankreich.

Brief an Schallenberg

Am 3. Juli richtete „Austrian Leading Sights“, ein Verein zur Förderung österreichischer Sehenswürdigkeiten, in einem Brief einen dringenden Appell an Außenminister Alexander Schallenberg, diplomatische Maßnahmen zu ergreifen, damit Österreich auf die chinesische Liste für Gruppenreisen kommt. „Das Jahr 2023 ist aus unserer Sicht bereits verloren“, hieß es in dem Schreiben, das unter anderem die Unterschriften der Geschäftsführer von Schönbrunn und der Swarovski Kristallwelten trug. 45 österreichische Betriebe sind in dem Verein versammelt, vom Belvedere bis zur Großglockner Hochalpenstraße – mit insgesamt mehr als 23 Millionen Besuchern jährlich. Sie alle können nun aufatmen.

Am 18. Juli hatte die chinesische Botschafterin Qi Mei dem Generalsekretär des Außenamts, Peter Launsky-Tieffenthal, bereits in Aussicht gestellt, dass Österreich bald auf der weißen Liste landen könnte. Warum Österreich länger als andere warten musste, darüber kursieren Spekulationen. Eine offizielle Begründung gab es nie.


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