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Mittelerde: Mit Thorin Eichenschild auf dem Einsamen Berg

(C) WIKIPEDIA/ Rangataua huntaway
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Schauspieler aus dem Film „Der Hobbit – Smaugs Einöde“ schwärmen von ihren Lieblingsdrehorten auf Neuseeland. Die Sets sind in der Realität aber noch hundertmal magischer als im Film auf 3-D.

Berlin. „Weit im Norden liegt die Dürre Heide, von wo die Großen Würmer kamen.“ Als J. R. R. Tolkien in den 1930er-Jahren die Karte zu seinem Kinderbuch „Der Hobbit“ zeichnete, hatte er eine genaue Vorstellung davon, wie der mythische Kontinent Mittelerde auszusehen hatte.

Dass Regisseur Peter Jackson seinen Düsterwald, die Seestadt und den Einsamen Berg eines Tages nach Neuseeland verlegen würde, hätte Tolkien wohl nicht erwartet. Wie gut Mittelerde und Neuseeland zusammenpassen, hat ja bereits die „Herr der Ringe“-Trilogie gezeigt. Auch Jacksons zweiter Hobbit-Film setzt wieder voll auf die Magie der großartigen Landschaften der weit entfernten Nord- und Südinsel. Welche Drehorte ihnen besonders ans Herz gewachsen sind, erzählten die Stars des Films jetzt am Rande der Europa-Premiere von „Der Hobbit – Smaugs Einöde“.

Der Einsame Berg. Erebor, der Einsame Berg, ist das Ziel der Reise des Hobbits und der Zwergenkompanie. Der Film versetzt Zuschauer und Schauspieler auf das große zentrale Plateau der neuseeländischen Nordinsel. Richard Armitage, der den grimmigen Zwergenanführer Thorin Eichenschild, spielt, erlebte den Aufstieg als ungewöhnlich erhebend: „Die Szene, bevor wir die Treppe zur geheimen Tür erklimmen, wurde am Mount Ruapehu gedreht, einem Vulkan“, erinnert sich der britische Schauspieler. „Wir mussten eine Zeremonie mit den Maori abhalten, um eine Filmerlaubnis zu erhalten, denn der Berg ist ihnen heilig.“ Der dadurch bedingte kurze Zeitabschnitt für den Dreh habe ihn beflügelt, erzählt Armitage: „Wir mussten aufpassen, nicht auf das tausendjährige Moos dort zu trampeln, weil die Leute sehr eigen sind mit ihrer Heimat – das fühlte sich alles sehr zwergisch an.“

Besucher können mit dem Sessellift bis auf 2020 Meter auf den Mt. Ruapehu fahren, um einen Blick auf „Smaugs Einöde“ und die „Dürre Heide“ zu werfen, die sich hier Tongariro-Nationalpark nennen. mtruapehu.com/summer/chairlift-rides (ab 18€ p P.)


Beorns Haus. Die Farm des Gestaltwandlers Beorn, halb Mensch, halb Bär, ließ Jackson in einem wahrhaft paradiesischen Tal nahe Queenstown entstehen. Im Paradise Valley liegt neben dem Diamond Lake der bewirtschaftete Hof Arcadia Station. Die 1906 in England entworfene Farm diente als Basis für Jacksons Team, das in sechswöchiger Arbeit den Hof des Bärenmenschen danebensetzte. „Der Zauber dieses Ortes ist seine Unberührtheit“, berichtet „Lost“-Star Evangeline Lilly, die im „Hobbit“ eine Waldelfin spielt: „Man sieht nur Berge, Himmel und Weiden, der Blick schweift über unberührte Natur“, erzählt Lilly begeistert. „Man vergisst den ganzen Konkurrenzkampf und die Masse von sieben Milliarden Menschen, die die Erde bevölkern.“

Besucher können an den Dart Stables im benachbarten Glenorchy Pferde leihen, um sich wie auf Beorns gescheckten Ponys zu fühlen: The Ride of The Rings Tour, 1,5 Std., ab 105€ Euro inkl. Transfer von/nach Queenstown.


Die Seestadt. Am Ufer des türkisblauen Lake Pukaki baute das Filmteam eine der größten Kulissen der Trilogie auf. Bis zu 700 Menschen ließen Esgaroth, die Stadt am Langen See, zu düsterem, nebelverhüllten Leben erblühen. „Seestadt war wie Disneyland“, scherzt „Kampf der Titanen“-Star Luke Evans, der im „Hobbit“ den zum Schmuggler mutierten Bogenschützen Bard spielt. „Es war real, man konnte da durchlaufen, es gab tote Fische und Ziegen und Katzen, überall. Sie hatten sogar diese kleinen Rohre unter den Planken installiert, aus denen ganz feiner Nebel sprühte, so als ob es gerade dämmere.“ Ein Ort, an dem es Evans leicht fiel, sich in Mittelerde zu fühlen. Ohne den künstlichen Nebel bietet der Drehort an der Tasman Station atemberaubende Blicke auf die südlichen Alpen und Neuseelands höchsten Berg Aoraki (Mt. Cook). Einen ganz anderen Blick wählte der britische Schauspieler Benedict Cumberbatch. Der Held der „Sherlock“-Serie, der im „Hobbit“ dem Drachen Smaug seine Stimme leiht, wählte für seine Charakter-Recherche ein ungewöhnliches Vehikel: einen Fallschirm.

„Ich bin ein ziemlicher Adrenalin-Junkie“, sagt Cumberbatch. „Die Sprünge brachten mich in Stimmung dafür, den Drachen zu spielen. Als ich durch die Wolken brach und Mt. Cook sah, dachte ich: Der Drache kann doch fliegen, oder nicht?“ Das Publikum wird den epischen Luftangriff Smaugs auf die Seestadt zwar erst im dritten Teil erleben, Cumberbatch hat seine Recherche allerdings schon jetzt verbucht: „Ich habe das alles filmen lassen, damit ich der Buchhaltung zeigen kann, dass das keine Freizeit war, sondern auf Recherche-Spesen geht.“

Besucher können bei Southern Lakes Tours eine dreitägige „Lord of the Rings Tour“ buchen, die sie zwischen Christchurch und Queenstown zu verschiedenen Drehorten führt, darunter zum Aoraki, dem Anduin aus dem „Herrn der Ringe“ und natürlich den Langen See – Lake Pukapi. southernlakestours.co.nz/lord-of-the-rings-tours.html. Einen Tandemsprung bei www.skydiveparadise.co.nz nahe Queenstown gibt es ab 200 Euro – Smaugs Perspektive inklusive.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.12.2013)