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Fischer begrüßt gemeinsames Gedenken von SPÖ und ÖVP

Bundespräsident Fischer plädiert für eine differenzierte Sichtweise auf die Ereignisse des Februar 1934.

Bundespräsident Heinz Fischer hat das Gedenken von SPÖ und ÖVP anlässlich des Bürgerkriegsbeginns 1934 ausdrücklich begrüßt. "Die Wahrheit ist zumutbar und das Bekenntnis zur Versöhnung ein Zeichen von Reife und Stärke", meinte er am Dienstag via Aussendung. Zur Rolle der damaligen Lager plädierte er für eine differenzierte Sichtweise, ohne das Dollfuß-Porträt im ÖVP-Klub direkt anzusprechen.

Die Komplexität der historischen Ursachen, die schließlich zum Bürgerkriegsbeginn geführt haben, "macht es notwendig, auch bei der Suche nach Schuld und Verantwortung viele Aspekte zu berücksichtigen", so Fischer. "Allein mit den Farben Schwarz und Weiß oder mit den Worten schuldig oder unschuldig kann ein historisch fundiertes Urteil nicht gefällt werden."

Der Bundespräsident erinnerte aber auch ausdrücklich an die dramatischen Auswirkungen des Austro-Faschismus: "Zu den Folgen dieses auf die Schaffung eines Einparteienstaates zielenden Vorgehens zählte die Tatsache, dass die Chance Österreichs, sich gegenüber dem Druck des nationalsozialistischen Deutschland zu behaupten, nicht vergrößert sondern vielmehr reduziert und geschwächt wurde."

Zur Person des ehemaligen Bundeskanzlers und Begründers des austrofaschistischen Ständestaats, Engelbert Dollfuß, erinnerte der Bundespräsident auch daran, dass dieser im Zuge eines Putschversuches der Nationalsozialisten ermordet wurde. Und weiter: "Vor diesem historischen Hintergrund muss es umso positiver beurteilt werden, dass ein gemeinsames Gedenken an die Irrungen, Verfehlungen und politischen Sünden der Ersten Republik möglich ist, dem der Gedanke der Versöhnung zugrunde liegt."

"Ereignisse wie jene in den Jahren 1933 und 1934 dürfen sich nie und unter keinen Umständen wiederholen", mahnte der Bundespräsident. Es sei Pflicht, Kenntnisse über die Entwicklung der Ersten Republik weiter zu vertiefen, alle Fakten offen zu legen "und auch die weitere Entwicklung bis hin zum sogenannten Anschluss im März 1938 mit schonungsloser Offenheit und wissenschaftlicher Gründlichkeit zu beleuchten".

(APA)