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Lufthansa: 40 Flüge fallen bereits vor Mega-Streik aus

Lufthansa
LufthansaaAPA/dpa/Boris Roessler
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Die Piloten streiken von Mittwoch bis Freitag, 3800 Flüge wurden gestrichen. Die nahenden Osterferien sollen aber ausgespart bleiben, betont die Pilotenvereinigung.

Die Lufthansa rüstet sich für einen der größten Streiks ihrer Geschichte. Als Reaktion auf die Arbeitskampfdrohung von rund 5400 Flugzeugführern hat das AUA-Mutterunternehmen von Mittwoch bis Freitag insgesamt 3800 Verbindungen gestrichen. "Ich glaub' nicht, dass wir jetzt vor dem Streik noch eine Einigung finden werden", sagte Lufthansa-Sprecherin Barbara Schädler am Dienstag im ZDF-Morgenmagazin.

Piloten: Kein Streik in Osterferien

Der Sprecher der Pilotenvereinigung Cockpit, Jörg Handwerg, hält die Dimension des Streiks für gerechtfertigt. Der Streitwert zwischen Piloten und Lufthansa betrage schließlich eine Milliarde Euro, sagte Handwerg am Montagabend in der ZDF-Sendung "WISO". Handwerg bekräftigte Dienstagfrüh, dass auf weitere Streiks in den nahenden Osterferien verzichtet werden solle: "Wir werden aus Rücksicht auf die Passagiere die Osterferien aussparen." In vielen Bundesländern beginnen die Osterferien am 14. April und dauern zwei Wochen. Danach könnten die Piloten im Falle einer harten Position der Lufthansa weiter "Druck machen". Die Bundesländer Niedersachsen und Bremen, die mit den Osterrferien bereits am Donnerstag anfangen, werden jedoch nicht ganz ungeschoren davonkommen.  Die letzten Osterferien enden in diesem Jahr am 2. Mai in Thüringen und Schleswig-Holstein.

Der Pilotenstreik zeigt schon an diesem Dienstag (1. April) Wirkung. Laut einer Streichliste auf der Lufthansa-Internet-Seite fallen bereits rund 40 Flüge aus. Meist handelt es sich um Fernverbindungen, die am Mittwochmorgen in Frankfurt oder München landen sollten. Diese Maschinen würden Passagiere auf einen bestreikten Umsteigeflughafen bringen, von dem sie nicht weiterkämen, erklärte ein Lufthansa-Sprecher. Daher verzichte man auf diese Flüge.

425.000 Fluggäste betroffen

Lediglich rund 500 Flüge können zwischen Mittwoch und Freitag mit Jets der Konzerngesellschaften Eurowings, Lufthansa CityLine und Air Dolomiti angeboten werden, hatte Lufthansa am Montag in Frankfurt mitgeteilt. Bei diesen Gesellschaften streiken die Piloten nicht. Die Absagen der Lufthansa-Flüge reichen bis zum Samstag.

Betroffen sind laut Lufthansa rund 425.000 Fluggäste, denen umfangreiche Umbuchungsmöglichkeiten angeboten werden sollten. Europas größte Fluggesellschaft rechnet mit einem Ergebnisschaden in zweistelliger Millionenhöhe. Auch 23 von 31 geplanten Frachtflügen der Lufthansa Cargo seien bereits abgesagt. 2010 hatten die Piloten schon einmal mit einem vier Tage langen Streik gedroht, diesen aber nach einem Tag abgebrochen.

Am Frankfurter Flughafen laufen die Vorbereitungen auf den dreitägigen Pilotenstreik auf Hochtouren. Man bereite sich insbesondere darauf vor, dass im Transitbereich gestrandete Passagiere längerfristig versorgt werden müssten, sagte ein Sprecher des Betreibers Fraport am Dienstag. Dazu gehören Schlaf- und Waschmöglichkeiten sowie Nahrungsmittel und Getränke.

Fluggäste mit der Bahn

Die ausländischen Konzernmarken AUA, Swiss und Brussels Airlines sollen mit größeren Jets nach Deutschland fliegen, sofern sie zur Verfügung stehen. Für innerdeutsche Verbindungen werden die Fluggäste auf die Bahn verwiesen.

Lufthansa-Personalchefin Bettina Volkens bezeichnete es als schwer nachvollziehbar, dass die Vereinigung Cockpit (VC) beim gegenwärtigen Verhandlungsstand zu einem dreitägigen Vollstreik aufrufe. "Wir haben sowohl für eine verbesserte Vergütung als auch für eine künftige Regelung zum vorzeitigen Ausscheiden aus dem Flugdienst gute Angebote gemacht", sagte Volkens laut einer Mitteilung.

Knackpunkt und Streikanlass sind die von Lufthansa einseitig gekündigten Übergangsrenten, die den Piloten bisher ein vorzeitiges Ausscheiden aus dem Beruf ermöglicht hatten. In einer Urabstimmung hatten die rund 5400 Piloten zu 99,1 Prozent für einen Arbeitskampf zu diesem Thema gestimmt. Offen ist zudem der Tarifvertrag zu den Gehältern, bei dem die VC ein Plus von knapp 10 Prozent verlangt.

Am Sonntag gab es nach Angaben beider Seiten noch einen letzten Versuch, mit Verhandlungen den Streik zu stoppen.

(APA/dpa)