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Lufthansa-Chef kritisiert Piloten: "Streik ist unverhältnismäßig"

Lufthansa-Chef Christoph Franz
Lufthansa-Chef Christoph Franzimago/Sven Simon
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Der größte Streik in der Geschichte der Airline endet um Mitternacht. Lufthansa-Chef Franz vermisst die Kompromissbereitschaft der Piloten.

Der Ausstand der Lufthansa-Piloten geht zu Ende. Nach Angaben der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit soll der Streik um 23.59 Uhr enden. Zu Mittag will Lufthansa über Abläufe während des Streiks und die Vorbereitungen für eine Rückkehr zum Normalbetrieb informieren.

Indes nannte Lufthansa-Chef Christoph Franz nannte den Ausstand im "Handelsblatt" "unverhältnismäßig". Der Konzern bezifferte den wirtschaftlichen Schaden durch den Streik auf einen hohen zweistelligen Millionenbetrag. Auch die Flughäfen München und Frankfurt gehen von Einbußen in Millionenhöhe aus. Der scheidende Vorstandschef der Lufthansa zeigt kein Verständnis für die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC). In Tarifverhandlungen seit es doch sehr wichtig, dass beide Seiten ihre Vorstellungen auf den Tisch legen und man dann darüber spricht, wie man einen für beide Seiten akzeptablen Kompromiss findet. „Dazu ist es leider nicht gekommen und deswegen finde ich den Streik unverhältnismäßig“, kritisiert er den Verhandlungsstil der VC.

Möglichst schnell Normalbetrieb

Den Vorwurf der Piloten, wonach sie verzichten sollten, nur damit die Lufthansa-Aktionäre üppig bedient werden, wies er zurück. Er wolle daran erinnern, dass die Lufthansa-Aktionäre im vergangenen Jahr gar keine Dividende bekommen hätten, stellte Franz klar.

Die Lufthansa wird den Piloten auch nach dem dreitägigen Streik kein neues Tarifangebot vorlrgrn. Die Fluggesellschaft setze dennoch auf neue Tarifgespräche mit der Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit, sagte Lufthansa-Manager Kay Kratky am Freitag. Wahrscheinlich in den nächsten Tagen werde der Konzern Kontakt zu Cockpit aufnehmen. Die Gewerkschaft hat ein substanziell neues Tarif-Offert zur Bedingung für Gespräche mit der Lufthansa-Spitze gemacht.

Möglichst schnell will die Fluggesellschaft den regulären Flugplan wieder aufnehmen, nur noch vereinzelt soll es Ausfälle geben. "Bei uns erwarten wir da keine Probleme", sagte ein Sprecher am größten deutschen Drehkreuz in Frankfurt. Auch am Flughafen in München blickt man relativ gelassen auf den Samstag. Es gebe nur wenige Annullierungen, sagte ein Sprecher.

Kaum gestrandete Passagiere

Drei Tage lang ging bei der Lufthansa fast nichts mehr. Allein am Freitag fielen an deutschen Flughäfen hunderte Flüge aus. Insgesamt waren rund 3800 Verbindungen mit 425.000 betroffenen Fluggästen während des dreitägigen Streiks abgesagt worden.

Mit rund 190 freiwilligen Piloten inklusive rund 100 Managern mit Pilotenschein hielt die Airline rund zehn Prozent des üblichen Angebots aufrecht. Gestrandete Fluggäste gab es nach Angaben der großen Drehkreuze in München und Frankfurt aber kaum, viele Passagiere hatten sich im Voraus informiert. Dafür sei es deutlich ruhiger gewesen.

Die Gewerkschaft hatte rund 5400 Kapitäne und Co-Piloten von Lufthansa, Germanwings und Lufthansa Cargo aufgerufen, für den Erhalt ihrer Übergangspensionen und höhere Gehälter zu streiken. Informationen über Streikbrecher habe man nicht vorliegen, hieß es bei der Vereinigung Cockpit. Eine Annäherung der Parteien gab es in den letzten Tagen nicht.

>> Artikel im "Handelsblatt"

 

(APA/dpa)