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Österreichs Wirtschaft verliert an Wettbewerbsfähigkeit

Österreichs Wirtschaft verliert an Wettbewerbsfähigkeit
Österreichs Wirtschaft verliert an Wettbewerbsfähigkeit(c) Die Presse (Clemens Fabry)
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Österreich fällt im renommierten WEF-Wettbewerbsranking von Platz 16 auf 21. Kritisiert werden Steuerbelastung und Arbeitsgesetze.

Im jüngsten Ranking des Weltwirtschaftsforums (WEF) zur Wettbewerbsfähigkeit ist Österreich von Platz 16 auf Platz 21 zurückgefallen. Auf dem Spitzenplatz liegt weiterhin die Schweiz, gefolgt von Singapur. Die USA haben sich vom fünften auf den dritten Rang verbessert, Deutschland fiel vom vierten auf den fünften Platz.

Österreich wird in dem in Genf veröffentlichten WEF-Ranking wegen seiner hohen Steuersätze kritisiert. Weiters werden die "restriktiven Arbeitsgesetze" sowie die "ineffiziente Staatsbürokratie" bemängelt. Als am wenigsten problematisch für die Wirtschaftstätigkeit werden die Risiken für Kriminalität und politische Instabilität (Staatsstreiche) eingestuft. Vergleichsweise gut schneidet Österreich in den Bereichen Sicherheit und Infrastruktur ab, eher schlecht bei der Effizienz des Arbeitsmarkts bzw. der Flexibilität bei der Lohnfestsetzung.

Gesundheit der Weltwirtschaft gefährdet

Österreichs Wirtschaft verliert an Wettbewerbsfähigkeit(c) APA

Das jährlich veröffentlichte Wettbewerbsfähigkeits-Ranking wird aus einer Kombination von Wirtschaftsdaten mit Managerumfragen gebildet, wobei den Umfrageergebnissen mehr Gewicht eingeräumt wird als den Wirtschaftsdaten. Für den Bericht wurden 71 Wirtschaftstreibende zu Österreich befragt.

Im Global Competitiveness Report 2014-2015 wurden 144 Volkswirtschaften weltweit analysiert. Generell wird festgehalten, dass trotz der jahrelangen "mutigen Geldpolitik" die Gesundheit der Weltwirtschaft gefährdet sei, da bestimmte Länder mit der Umsetzung der nötigen strukturellen Reformen zur Ankurbelung des Wirtschaftswachstums kämpfen. Die uneinheitliche Umsetzung struktureller Reformen in verschiedenen Regionen sowie Entwicklungsunterschiede stellen laut dem Bericht die größten Hindernisse für ein nachhaltiges globales Wachstum dar.

"Angespannte geopolitische Situation"

Außerdem sollten bei der Nachwuchsförderung und in der Innovation öffentliche und private Einrichtungen effizienter zusammenarbeiten, um eine nachhaltige und umfassende wirtschaftliche Entwicklung zu erzielen. Die führenden Volkswirtschaften des Rankings haben laut WEF eines gemeinsam: die Förderung und Nutzung von vorhandenen Talenten sowie Investitionen zur Stärkung von Innovation.

"Die weltweit angespannte geopolitische Situation, das zunehmende Einkommensungleichgewicht und die potenzielle Verschärfung der finanziellen Lage könnten die noch zaghafte Erholung gefährden und verlangen nach strukturellen Reformen, um ein nachhaltigeres und integratives Wachstum sicherzustellen", so Klaus Schwab, Gründer und Präsident des Weltwirtschaftsforums, in einer Aussendung des WEF.

(APA)