Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Uni-Ausbildung für Kindergärtner ist die Regel

(c) Die Presse (Clemens Fabry)
  • Drucken

Slowakei und Österreich sind die Ausnahmen.

Wien. Österreich steht in der OECD fast allein da, was die nicht akademische Ausbildung der Kindergartenpädagoginnen betrifft: Laut der aktuellen Studie „Bildung auf einen Blick“ ist die Slowakei das einzige OECD-Land neben Österreich, in dem Kindergärtner nicht akademisch ausgebildet werden.

Demnach werden die Elementarpädagogen in 25 der 35 Länder mit verfügbaren Daten an Hochschulen ausgebildet. In sechs Ländern an Kollegs oder berufs- oder lehrerbildenden Akademien. In Japan und Südkorea gibt es beide Modelle. In Österreich erfolgt die Ausbildung der Kindergartenpädagogen mit den Bildungsanstalten für Kindergartenpädagogik (Bakip) an Schulen, an denen neben der Matura auch eine Berufsberechtigung erworben wird. Maturanten können im Kolleg eine zweijährige Ausbildung absolvieren.

In Österreich war im Zuge der neuen Pädagogenausbildung zwar eine Akademisierung der Kindergartenpädagogen geplant, mangels Angeboten an den Hochschulen wird die Ausbildung dort allerdings vorerst kaum stattfinden. Außerdem wehren sich die Gemeinden als Kindergartenerhalter aus Angst vor höheren Kosten gegen die Akademisierung.

 

Ungewöhnliches beim Lehramt

Ebenfalls ungewöhnlich ist das in Österreich (noch) gültige Modell, dass an Unis jeder ein Lehramtsstudium beginnen darf (siehe Artikel rechts). Heuer haben aber bereits erste Unis Aufnahmetests eingeführt, Pflicht wird die Selektion erst mit dem Studienjahr 2016/17. In zwei Drittel der 32 OECD-Länder mit verfügbaren Daten werden zusätzliche Auswahlkriterien neben der Hochschulreife angewandt: 19 Länder setzen auf einen Numerus clausus, in neun Ländern müssen Interessenten ein Interview, in fünf Ländern einen Test absolvieren.

Mit der neuen Lehrerausbildung (ab 2015/16 für Volksschullehrer, ab 2016/17 für die Sekundarstufe) wird auch die Dauer der Ausbildung angepasst: Mit drei Jahren ist die Ausbildung für Lehrer der Volks-, Haupt- und Neuen Mittelschule (NMS) derzeit um ein bis zwei Jahre kürzer als im OECD-Raum üblich, mit der neuen Lehrerausbildung soll sie künftig wie jene der Bundeslehrer an AHS und BHS sechs Jahre dauern. (APA)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.09.2014)