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Bad Reichenhall wird doch nicht Rio de Janeiro

(c) AP (Ricardo Moraes)
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Die Bayern wollten in Bad Reichenhall die weltgrößte Christus-Statue bauen. Der Stadtrat hat das Bauvorhaben allerdings abgelehnt, was auch bei den Kirchen Erleichterung schafft. Sie bevorzugen Kreuze auf ihren Bergen.

Die umstrittene kolossale Christusstatue auf dem Berg Predigtstuhl bei Bad Reichenhall darf nicht errichtet werden. Der Bau der insgesamt 68 Meter hohen Jesusfigur ist vom Stadtrat abgelehnt worden, wie der Sprecher des oberbayerischen Kurortes, Gerhard Fuchs, mitteilte. Der Stadtrat begründete seine Ablehnung unter anderem mit dem Schutz der Natur und der Umwelt am 1614 Meter hohen Predigtstuhl. Auch die katholische und die evangelische Kirche hatten sich dagegen ausgesprochen.

Größer als der Christus von Rio de Janeiro

Der Dresdner Unternehmer Harry Vossberg wollte auf dem Berg eine 55 Meter hohe Statue auf einem 13 Meter hohen Sockel errichten. Damit wäre die Figur größer als die berühmte Christusstatue von Rio de Janeiro auf dem Berg Corcovado. Das Wahrzeichen der Karnevalstadt misst "nur" 38 Meter.

Ins Innere der deutschen Christusfigur sollte eine Kapelle für ökumenische Gebete gebaut werden. Mit der künstlerischen Umsetzung wollte Vossberg den in Bad Reichenhall geborenen Künstler Angerer der Ältere beauftragen, der bereits eine Erlöserkapelle im niederbayerischen Biburg errichtet hat.

Kreuze für die bayerischen Berge

Das Erzbischöfliche Ordinariat von München und Freising begrüßte das Aus für die monumentale Statue: "Wir haben hier in Bayern eine andere Tradition, zum Beispiel Bergkreuze", sagte eine Sprecherin in München. "Was anderes passt nicht auf bayerische Berge." Vorstellen könne sich die katholische Kirche eine Kapelle, die aber vom Charakter her einer üblichen Bergkapelle entsprechen müsse.

(Ag./Red.)