Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Verleger Roth will "Kurier" wegen Rufschädigung klagen

(c) GEPA pictures (Norbert Juvan)
  • Drucken

Roth zahlte dem Ex-Trainer Walter Mayer 290.000 Euro. Der "Kurier" vermutete, es handle sich um Schweigegeld. "Mein Antrieb war es, Walter Mayers Lebensbeichte zum Thema Doping zu erhalten", sagt der Verleger.

Der Salzburger Verleger Erwin Roth will die Tageszeitung "Kurier" auf "Ruf- und Kreditschädigung" klagen. Anlass dafür ist ein "Kurier"-Artikel vom 31. August 2008, in dem es darum ging, dass Roth 290.000 Euro an den ehemaligen Langlauf-Erfolgstrainer Walter Mayer gezahlt hat. Mayer wurde wegen der olympischen Doping-Skandale von Salt Lake City 2002 und Turin 2006 von den Spielen und vom ÖSV ausgeschlossen.

Roth erklärte im Gespräch mit der APA, dass ihn in erster Linie die Spekulationen des betreffenden "Kurier"-Redakteurs verärgert hätten. Die Zeitung hatte etwa vermutet, dass die Zahlung an den für Olympia- und WM-Medaillen im Langlauf federführend beteiligten ÖSV-Trainer Mayer als "Schweigegeld" gedacht sein könnte, um "endgültig den Mantel des Vergessens" über die Doping-Affären zu legen.

"Lebensbeichte zum Thema Doping"

"Das Gegenteil war der Fall", betonte Roth. "Mein Antrieb war es, Walter Mayers Lebensbeichte zum Thema Doping zu erhalten, und als Inhaber sämtlicher publizistischer Verwertungsrechte diese dann entsprechend über Film, TV, Radio Internet und den Printbereich zu veröffentlichen. Deshalb habe ich Walter Mayer diese 290.000 Euro aus eigener Tasche bezahlt."

Ende 2006 sei ihm die Idee gekommen, mit Mayer einen Vertrag abzuschließen. "Ich habe mir gedacht, dass Walter Mayer Kohle braucht und ich ihn so kriege", sagte der ehemalige Handball-Spieler von UHC Salzburg. Dabei hatte Roth zu diesem Zeitpunkt Mayer noch nicht einmal persönlich gekannt.

Vertrauen aufbauen

Via Telefon habe er wenig später erstmals Kontakt mit dem ehemaligen ÖSV-Trainer aufgenommen und Mayer dann in seiner Pension "Erzherzog Johann" in der Ramsau getroffen. Im Februar 2007 kam es schließlich zum Vertragsabschluss von Mayer mit der Erwin Roth d.o.o. (GmbH). Der Verleger sagt, er habe ein persönliches Vertrauensverhältnis zu Mayer aufbauen wollen, damit sich dieser dann entsprechend "öffne" und ihm die ganze Wahrheit zum Thema Doping erzähle.

Dass seine "Arbeit eines investigativen Journalisten" nun, nachdem sein Vertrag mit Mayer publik geworden ist, am Ende noch von Erfolg gekrönt sein könnte, glaubt Roth nicht mehr. "Denn dadurch ist die Vertraulichkeit verloren gegangen. Erstens ist Mayer jetzt verschreckt, und zweitens können alle, die etwas von Mayer zu befürchten haben, ihren Einfluss geltend machen", betonte Roth, der die Hoffnung auf eine Dopingbeichte Mayers aber noch nicht völlig aufgegeben hat.

"Kurier": Nur ein Satz verärgert Roth

Der "Kurier" teilte mit, dass bereits am Donnerstag ein Schreiben von Roths Anwalt Wolfgang Berger eingegangen sei, in dem allerdings nur folgender Satz im Artikel vom 31. August 2008 mokiert worden sei: "Erwin Roth, der Nobelmakler aus Salzburg. Trotz mehrerer Pleiten schaffte es der 53-Jährige immer wieder, im Geschäft zu bleiben."

Diese Darstellung beruht laut "Kurier" auf einem Bericht im "Wirtschaftsblatt" vom 10. Jänner 2004, das damals geschrieben hatte: "So gelingt es dem redegewandten Geschäftsmann aus Salzburg, der in seiner 25-jährigen Karriere 17 Mal Ort und Job gewechselt und auch die eine oder andere Millionenpleite hingelegt hat, stets neue Nobelklientel aufzureißen." Von Seiten des "Kurier" hieß es, dass in der Berichterstattung über Mayer nur Fakten berichtet worden seien, die belegbar seien.

 

(APA/Red.)