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Sprachtest für Islamlehrer: Alltagsdeutsch soll reichen

(c) APA ((DPA)
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Die Prüfungen werden im Februar starten, die Anforderungen sich an jenen für muttersprachliche Zusatzlehrer orientieren.

Wien (uw). Unterrichtssprache ist die deutsche Sprache, soweit nicht... anderes vorgesehen ist. So steht es im § 16 Schulunterrichtsgesetz. Und so soll es, das machte SP-Bildungsministerin Claudia Schmied zuletzt klar, auch in der islamischen Religionskunde sein. „Bisher“, sagt Sprecher Nikolaus Pelinka, „haben wir der Islamischen Glaubensgemeinschaft geglaubt, dass ihre Lehrer Deutsch können.“ Seit dem Auftauchen der Islam-Studie („Die Presse“ berichtete) lässt man lieber nachprüfen. Bis Ende April müssen die Länder die Sprachkenntnisse der Islamlehrer getestet haben. In Wien will man noch im Februar starten.

Jedoch: Das „Wie“ gestaltet sich nicht so einfach. So ist gemäß Ministerium die Nichterfüllung des Spracherfordernisses „klar ein Kündigungsgrund“. Pelinka: „Wer nicht Deutsch spricht, kann nicht unterrichten.“ Allerdings gilt: „Kündigen kann nur, wer angestellt hat“, sagt Klaus Rick, Jurist im Stadtschulrat. In Wien sind laut Stadtschulrat nur neun der insgesamt 177 Islamlehrer bei der Stadt angestellt. Der Rest arbeite für die Glaubensgemeinschaft.

 

Im Alltag verständigen können

Streng genommen kann die Stadt diese Lehrer, falls sie den Test nicht bestehen, also gar nicht kündigen. „Man kann aber die Unterrichtserlaubnis entziehen“, so Rick. Zumindest so lange, bis der Betroffene Deutsch gelernt hat. Ob die Stadt selbst Nachschulungskurse anbieten wird, hängt davon ab, wie viele Lehrer „durchfallen“.

Offen ist auch etwas anderes: der Test selbst, den jedes Bundesland selbst gestalten kann. Der Wiener Stadtschulrat scheint die Latte aber nicht allzu hoch legen zu wollen. Soll sich die Überprüfung doch an den Bewerbungsgesprächen für die muttersprachlichen Lehrer orientieren. Das sind jene, die Zuwanderer-Kinder zusätzlich in ihrer ersten Sprache (z. B. Türkisch etc.) unterrichten. Diese Gespräche führt in Wien derzeit vor allem Bezirksschulinspektor Manfred Pinterits: „Da geht es nicht um Deutsch-Didaktik, nur darum, dass der Lehrer in der Klasse integrativ wirken und sich mit den Kollegen unterhalten kann.“ Im Stadtschulrat verweist man dazu auf das sogenannte A2-Niveau, das man von den Deutschkursen für Zuwanderer kennt: Danach reicht es, sich im Alltag verständigen zu können.

Ob das tatsächlich genügt, wird sich aber erst am Montag bei einer Besprechung im Stadtschulrat klären. Auch ob der Test mündlich, schriftlich oder beides sein soll und ob spezielles Religionsvokabular geprüft wird. Entwickeln wird die Prüfung die Pflichtschulabteilung.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.02.2009)