Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Linzer Weihbischof Wagner für Behandlung Homosexueller

Weihbischof Wagner
(c) APA (Rubra)
  • Drucken

Gerhard Maria Wagner zeigt sich unbeeindruckt von der Kritik an ihm: "Das prallt an mir ab". Wagner zu Kirchenaustrittem: "Vielleicht müssen wir erst wieder eine kleine Gruppe werden, um dann stärker hinaus zu wirken."

Der neue Linzer Weihbischof Gerhard Maria Wagner hat sich in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin "Profil" - laut Vorausmeldung vom Samstag - für eine Behandlung Homosexueller ausgesprochen. Auf die Frage, ob Homosexualität heilbar sei und Homosexuelle behandelt werden sollten, antwortete er: "Dafür gibt es genügend Beispiele, nur davon spricht man nicht."

Von Angriffen auf ihn zeigte sich der Bischof gegenüber dem "Kurier" (Samstag-Ausgabe) unbeeindruckt: "Das prallt an mir ab". Er bekomme täglich "50 Briefe und 70 Mails von Menschen, die sich freuen und mich ermutigen", nur "ganz wenige" würden ihn "beschimpfen".

Außerdem sei er "als Weihbischof nicht so wichtig, wie man jetzt tut. Also muss man sich vor mich auch gar nicht so fürchten." Die "Meinung der Welt" und seine Position würden halt "chrashen". Dass man ihn deshalb persönlich angreift, versteht Wagner nicht. Seine Ernennung zum Bischof hätte er auch ablehnen können, "aber wenn der Papst es wünscht, wäre es feig, sich aus dem Staub zu machen, nur weil man die öffentliche Meinung fürchtet".

Dass Menschen auch seinetwegen aus der Kirche austreten, tut Wagner leid. Aber um die Zukunft der Kirche hat er keine Angst: "Vielleicht müssen wir erst wieder eine kleine Gruppe werden, um dann stärker hinaus zu wirken. Und dann werden die Wenigen mehr bewegen als die Vielen, die sich nicht bewegen."

Weiter Kritik an Wagner

Die Bestellung Wagners hat in der Katholischen Aktion Österreich (KAÖ) eine "große Betroffenheit" ausgelöst. "Die Entscheidung von Rom ist für uns nicht nachvollziehbar", erklärte KAÖ-Präsidentin Luitgard Derschmidt am Freitag.

Auch der Propst des Stiftes Herzogenburg, Maximilian Fürnsinn, kritisierte die Ernennung Wagners. Wagner würde wieder eine gewisse Spaltung oder ein Auseinanderdriften in einer Diözese erzeugen. Fürnsinn sieht Parallelen zu früheren Vorgängen in der Diözese St. Pölten: "Wir wissen, dass dadurch unglaubliche Entwicklungspotenziale für die Kirche verlorengegangen sind." Der Propst warnte überdies vor rechten Strömungen in der Kirche.

(APA)