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Wiener Neustadt: Prügelei bei Schlepper-Prozess

Archivbild: Drei der ANgeklagten zu Beginn des Schlepper-Prozesses am 17. März 2014
Archivbild: Drei der ANgeklagten zu Beginn des Schlepper-Prozesses am 17. März 2014APA/HERBERT PFARRHOFER
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Einer der acht Angeklagten im Schlepper-Prozess wurde bedroht und geschlagen - unter anderem von einem weiteren Angeklagten.

Beim Schlepper-Prozess am Landesgericht Wiener Neustadt sind am Donnerstag nach Ende des 41. Verhandlungstages zwei Männer festgenommen worden. Einer der beiden ist laut Staatsanwaltschaft einer der acht Angeklagten im Verfahren, der andere dürfte mit dem Prozess nichts zu tun haben. Grund für die Festnahme war eine Prügelei mit einem weiteren Beschuldigten in dem Verfahren.

Der Angriff ereignete sich nach Angaben eines Sprechers der Staatsanwaltschaft bereits am Mittwoch. Laut der Tageszeitung "Heute" kam es vor dem Gerichtssaal zu der Prügelei. Das Opfer wurde durch die Schläge am Körper verletzt. Zudem haben ihm die Verdächtigen mit dem Umbringen gedroht, sollte er den einen Angeklagten im Verfahren weiterhin belasten, berichtet die Staatsanwaltschaft.

Die beiden Männer wurden in der Justizanstalt Wiener Neustadt eingeliefert. Die Staatsanwaltschaft beantragte die Verhängung der U-Haft wegen Verdunklungs- und Tatausführungsgefahr.

Prozess seit März

Seit März müssen sich acht Beschuldigte wegen des Vorwurfs der Schlepperei im Rahmen einer kriminellen Vereinigung verantworten. Sie bekannten sich zu Verhandlungsbeginn großteils teilschuldig - etwa dadurch, dass sie Asyl-Aktivisten, die nach dem Protestmarsch von Traiskirchen nach Wien (im November 2012) im Park vor der Votivkirche campierten, manchmal Essen brachten. Die Staatsanwältin sprach von "kleinen Rädchen" in einem internationalen Netzwerk. Die Anklage stützte sich vornehmlich auf zig-tausende Telefonüberwachungen.

Im Sommer 2013 waren die Verdächtigen, darunter im Servitenkloster in Wien-Alsergrund untergebrachte Flüchtlinge, in U-Haft genommen worden. Als sich Ende März abzeichnete, dass sich das Verfahren in die Länge ziehen würde, wurden die verbliebenen sechs enthaftet.

(APA)