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Innsbruck: Offenbar 2,7 Kilo Cannabis bei Gemeinderat gefunden

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SymbolbildAPA/DPA/DANIEL KARMANN

Bei einer Hausdurchsuchung bei einem Innsbrucker Gemeinderat wurde die Polizei offenbar in großem Umfang fündig. Der Politiker spricht von "persönlichem Vorrat".

Bei einer Hausdurchsuchung beim Innsbrucker Gemeinderat Alexander Ofer von den "Inn Piraten" ist die Polizei offenbar in großem Umfang fündig geworden. 2,7 Kilogramm Cannabis hätten die Ermittler in Ofers Wohnung in einem Safe, sichergestellt, berichtet die "Tiroler Tageszeitung" in ihrer Donnerstagsausgabe.

Der Sprecher der Innsbrucker Staatsanwaltschaft, Hansjörg Mayr, wollte dies unter Hinweis auf die laufenden Ermittlungen nicht kommentieren. Gegen Ofer würden Untersuchungen wegen des Verdachts des Drogenhandels bzw. der Vorbereitung zu einem solchen sowie des Betruges laufen. Die "TT" berichtete von 2200 Gramm Marihuana, 500 Gramm Haschisch, 13 Gramm Kokain sowie 34.000 Euro, die in der Wohnung des "Piraten" sichergestellt worden seien.

Ofer: "Mein persönlicher Vorrat"

"Das war mein persönlicher Vorrat, mit meinem Geld bezahlt. Mein Eigentum", sagte Ofer der Austria Presseagentur. Mit Dealerei habe er "nichts am Hut", beteuerte der Innsbrucker Gemeinderat, der sich zur Zeit in München aufhält. Dort sei er kürzlich am Flughafen, aus den Niederlanden kommend, vorläufig festgenommen worden. Am Freitag werde er zurück in Innsbruck sein, wo er von der Staatsanwaltschaft einvernommen werde. An politische Konsequenzen denkt der Mandatar nicht. "Warum auch? Ich bin unschuldig", meinte er und kritisierte das "Tamtam um nichts".

Ofer hatte sich bisher mit dem Verweis auf das "Inn Piraten"-Programm "THC4all" verteidigt. Dabei propagierte der Gemeinderat die Teilnahme an einer angeblich wissenschaftlichen Studie. Die Piraten wollen nach eigenen Angaben Kiffer entkriminalisieren und warben auch noch Donnerstagvormittag auf ihrer Homepage für die 'thc4allCard'. Für drei Euro "Crowdfunding-Einlage" sollte das Hanf am 22. Dezember allen "Geldgebern" für wissenschaftliche Zwecke überreicht werden. "Wir haben Probanden", behauptete Ofer. Für medizinische und wissenschaftliche Zwecke sei das alles erlaubt. Die Staatsanwaltschaft argumentierte jedoch, dass dies nur für ein Institut mit einer entsprechenden Berechtigung erlaubt sei.

Piratenpartei fordert Rücktritt

Ofer war bis Anfang 2012 Mitglied der Piratenpartei Österreichs. Dann kam es jedoch zu Unstimmigkeiten und schließlich zum Ausschluss Ofers. Die Partei berichtete damals von "finanziellen Ungereimtheiten" als Ausschlussgrund. Ofer spaltete daraufhin die Piratenpartei Tirol ab und schaffte im April 2012 mit dieser den Einzug in den Innsbrucker Gemeinderat. Kurz darauf wurde Ofer auch von der Piratenpartei Tirol ausgeschlossen, unter anderem wurde ihm eine "absolutistische, selbstherrliche und diktatorische Art" vorgeworfen. Ofer gründete darauf die "Inn Piraten" neu.

Am Donnerstag äußerte sich die Österreichische Piratenpartei nun zu den aktuellen Vorwürfen gegen Ofer und forderte den Rücktritt des Stadtpolitikers. "Wir unterstützen zwar die Intention hinter der Aktion "THC4all", Cannabis für medizinische Zwecke freizugeben, jedoch hat Herr Ofer mit dieser absolut unprofessionellen Durchführung nur mit den Hoffnungen von Patienten gespielt und auf seinen eigenen Profit geschielt", so Erwin Ernst Steinhammer vom Bundesvorstand der Piratenpartei in einer Aussendung.

>> Bericht der Tiroler Tageszeitung

(APA/Red.)