Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Karfreitag: Der Tag, an dem das Radio schweigt

Eine Kreuzigungsszene auf den Philippinen
(c) AP (Pat Roque)
  • Drucken

Am strengsten Fasttag des Jahres legen Radio und Fernsehen um 15 Uhr - der Stunde des Kreuzestodes Jesu - eine Schweigeminute ein. Liturgischer Höhepunkt ist die Kreuzverehrung.

Die Erde bebte, die Sonne verdunkelte sich, und der Vorhang zum Allerheiligsten im Herodianischen Tempel in Jerusalem riss in der Mitte auseinander: So schildern die Evangelisten den Kreuzestod Jesu. Mit den Worten "Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist" soll Christus zur neunten Stunde, also um 15 Uhr, sein letzten Atem ausgehaucht haben - bis heute läuten jeden Freitag um diese Zeit die Kirchenglocken. Nicht so am Karfreitag: Die Glocken sind am Gründonnerstag "nach Rom geflogen", das heißt, sie schweigen bis zur Osternacht. Schweigen werden am Karfreitag um 15 Uhr auch das ORF-Radio und das Fernsehen, zumindest eine Minute lang.

Zur selben Zeit beginnen in vielen Kirchen die Kreuzandachten und -verehrungen. Dabei wird das Kreuz Christi enthüllt. Der Priester spricht dabei die Worte: "Sehet das Kreuz, an dem der Herr gehangen", die Gemeinde antwortet: "Kommt, lasset uns anbeten." Vielerorts legen Gläubige Blumen am Fuße des Kreuzes nieder, in katholischen Kirchen wird der Schmerzhafte Rosenkranz gebetet. Darin wird in fünf wiederholten Versen an das Leiden und den Tod Jesu erinnert.

Die Folterung und die Kreuzigung Christi stehen auch im Zentrum des Kreuzweges. In Jerusalem wandeln viele Gläubige auf der Via Dolorosa, der Straße, die zur Kreuzigungsstätte Golgotha führt. In der Grabeskirche berühren Pilger die Steinplatte, auf dem der Leichnam Christi der Überlieferung nach gewaschen worden sein soll. Auch in Rom geht Papst Benedikt XVI. die 14 Stationen des Kreuzweges am Kolosseum, der Via Crucis.

Strengster Fasttag des Jahres

Der Karfreitag gilt im katholischen Glauben als strengster Fasttag des Jahres. Damit sollen die Gläubigen Anteil am Leiden von Jesus Christus haben: Nach seiner Verhaftung am Abend des Gründonnerstags wurde er den Evangelien zufolge geschlagen und gefoltert, bevor er vom jüdischen König Herodes Antipas und vom römischen Statthalter Pontius Pilatus verhört und zum Tode verurteilt wurde. Strenggläubige enthalten sich aller Speisen, manche sogar aller Getränke. Die meisten verzichten aber nur auf einzelne Speisen wie Süßigkeiten oder fasten gar nicht.

(BL)