Islamisten feiern Piraten als Gotteskrieger

Einer der Entführer der Yacht
(c) Reuters (Ho)

Die Piraten "schützen die Küste gegen die Feinde Allahs", sagen radikale Islamisten. Die Entführer eines US-Kapitäns waren erst 16 bis 19 Jahre alt. Dem einzigen Überlebenden droht eine Anklage.

Die Entführer des amerikansichen Kapitäns Richard Phillips, der von US-Elitesoldaten befreit worden ist, waren noch keine 20 Jahre alt - dennoch werden sie für mehrere radikale Islamisten als Gotteskrieger gefeiert. Sheik Hassan Abdullahi Turki, der Anführer einer radikalislamischen Guerillagruppe, hatte die Geiselnahme ausdrücklich begrüßt. "Ich kann sagen, dass die Piraten Teil der Mudschaheddin (Gotteskrieger) sind", sagte er, wenn er auch die Lösegelderpressung der Seeräuber verurteilte. "Sie führen einen Krieg gegen christliche Nationen, die die somalische Küste missbrauchen wollen."

Ähnlich sieht es Abu Mansur, ein Sprecher der radikalislamischen Al Schabab-Miliz, die von den USA als Terrororganisation eingestuft wird. "Ausländische Mächte wollen das Land teilen und die Piraten schützen die Küste gegen die Feinde Allahs", sagte er dem Rundfunksender Garowe.

Schwer bewaffnete Jugendliche

Der US-Verteidigungsminister Robert Gates hat Details zu den Entführern des Kapitäns Die bei einem US-Militäreinsatz zur Befreiung eines entführten Kapitäns Phillips bekannt gegeben: Die drei erschossenen Piraten waren Jugendliche im Alter von 17 bis 19 Jahren. Es habe sich um "nicht ausgebildete" Jugendliche "mit schweren Waffen" gehandelt, sagte Gates. Im Kampf gegen die Piraterie gebe es keine "rein militärische Lösung", fügte Gates hinzu. Hintergrund sei die "unglaublich große Zahl armer Leute" in Somalia.

Kapitän Phillips war am Sonntag befreit worden. Scharfschützen erschossen drei der vier Piraten. Der vierte Pirat ergab sich und wurde festgenommen. Der überlebende Pirat ist laut US-Medien erst etwa 16 Jahre alt. Er könnte vor ein US-Gericht gestellt werden. Die Behörden prüfen derzeit die Beweislage und andere Fragen einer möglichen Anklageerhebung in den Vereinigten Staaten. Ansonsten könnten auch die Justizbehörden in Kenia den Fall übernehmen.

(Ag./Red.)