Asyl: Flüchtling ertrunken, Protest steht bevor

Zelte für Flüchtlinge
Zelte für Flüchtlinge APA/HANS PUNZ
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Aktuell werden rund 250 Asylanträge pro Tag gestellt. Traiskirchens Stadtchef Babler ruft für Dienstag zum Protest vor dem Innenministerium auf.

Ein 18-jähriger Flüchtling ist in der Donau bei Klosterneuburg ertrunken. Der in der Magdeburgkaserne untergebrachte afghanische Staatsbürger war mit einem zweiten Asylwerber nahe des Strandbades in einem Seitenarm bzw. in der Donau schwimmen gewesen, sagte Polizeisprecher Markus Haindl. Eine groß angelegte Suchaktion verlief ergebnislos.

Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager (ÖVP) zeigte sich am Freitag betroffen. Es werde nun versucht, aufgrund des tragischen Vorfalls, einen zusätzlichen Sicherheitsdienst zu engagieren. Dieser soll vorrangig der Vermeidung von Konfliktsituationen entlang des Donau-Treppelweges dienen, aber auch dem Schutz der Flüchtlinge selbst, welche die Gegebenheiten vor Ort nicht kennen. Verlängert werden soll zudem das Projekt "Kompa" der Caritas, mit dem die Flüchtlinge seit Jänner "sehr erfolgreich" begleitet werden.

Babler ruft zu Protest auf

Traiskirchens Bürgermeister Andreas Babler (SPÖ) rief indes für kommenden Dienstag zu einem Protest auf. Demonstriert werden soll demnach gegen die Zeltunterkünfte nahe dem ohnehin chronisch überfüllten Erstaufnahmezentrum und die "miserablen Zustände" im Lager selbst. "Wir fahren mit Reisebussen nach Wien und halten eine Protestkundgebung vor den Toren des Innenministeriums ab", kündigte Babler in der Freitag-Ausgabe der Tageszeitung "Österreich" an.

Das Demonstrationsrecht stehe allen frei, auch politischen Verantwortungsträgern, hieß es dazu aus dem Innenministerium. Dort merkt man freilich auch an: "Platz wird damit kein einziger geschaffen."

Zelte dürften vorerst ausreichen 

Das Innenministerium ging unterdessen davon aus, dass über das Wochenende keine neuen Zelte für die Unterbringung der Flüchtlinge aufgestellt werden müssen. Aktuell werden pro Tag durchschnittlich rund 250 Asylanträge gestellt. Weiters verwies der Sprecher auf das jüngste Ultimatum von Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP), wonach die bei den Quoten säumigen Länder bis zum 19. Juni das Problem lösen müssen, sonst werde sie per Verordnung die Öffnung von Kasernen veranlassen. Es brauche jetzt ein gemeinsames Bemühen aller, also auch der Länder und Gemeinden.

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(APA)

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