"Science Buster" Heinz Oberhummer gestorben

PK: ´DIE NUDELSIEB-AFF?RE´: OBERHUMMER
Heinz Oberhummer(c) APA/GEORG HOCHMUTH (GEORG HOCHMUTH)

Der Physiker starb mit 74 Jahren an einer Lungenerkrankung. Gemeinsam mit Martin Puntigam und Werner Gruber bildete er das Kabarett-Trio "Science Busters".

Heinz Oberhummer, Physiker und Mitglied des Kabarett-Trios  "Science Busters", ist mit 74 Jahren gestorben, berichten die "Salzburger Nachrichten". Demnach ist Oberhummer in einem Wiener Krankenhaus einem Lungenleiden erlegen. Die Technische Universität (TU) Wien bestätigte die Meldung gegenüber der APA. 

Oberhummer lehrte lange am Atominstitut der Technischen Universität Wien als Professor für Theoretische Physik.

"Sohn des Oberlehrers Oberhummer"

Oberhummer wurde am 19. Mai 1941 in Bischofshofen (Salzburg) geboren und wuchs als "Sohn des Oberlehrers Oberhummer in Obertauern" auf, wie er selbst über sich schrieb. Nach der Hauptschule in Radstadt ging er als 14-Jähriger in die USA, wo er auch die High School besuchte. Nach seiner Rückkehr und der Matura in Salzburg studierte er Physik und Mathematik in Graz und München.

1970 promovierte Oberhummer an der Uni Graz und wurde dort Uni-Assistent. 1973 wechselte er ans Atominstitut der Österreichischen Universitäten und habilitierte sich 1980 an der Technischen Universität (TU) Wien, wo er 1988 auch außerordentlicher Professor wurde. Forschungsaufenthalte führten ihn unter anderem nach Zürich, Straßburg, Leuven, Bergen, Washington, Gent und Notre Dame (USA).

Seit 2007 bei den "Science Busters"

Seit 2007 war er gemeinsam mit dem Kabarettisten Martin Puntigam und dem Experimentalphysiker Werner Gruber Mitglied der "Science Busters", die auch im Fernsehen zu sehen waren und mit mehreren Kulturpreisen ausgezeichnet wurden. Diese hätten am Wochenende in Salzburg auftreten sollen.

Schon in seiner Zeit als Uni-Lehrer bemühte er sich um die Popularisierung von Wissenschaft. So nahm er etwa schon gemeinsam mit Gruber und Puntigam an der TU Hollywood-Blockbuster und TV-Serien unter die Lupe und analysierte, inwieweit die dort dargestellten Szenen physikalisch tatsächlich nachvollziehbar sind. Später wurde das Projekt auch auf Schulen ausgedehnt - Schüler sollten anhand von "Erin Brockovich" Chemie verstehen, mit "Deep Impact" Astronomie lernen und anhand von "Stirb langsam" Gravitation.

Bestseller "Kann das alles Zufall sein?" 

2008 landete Oberhummer mit seinem populärwissenschaftlichen Buch "Kann das alles Zufall sein?" in den Bestsellerlisten. Im Jahr darauf wurde es zum "Wissenschaftsbuch des Jahres" gekürt.

Daneben engagierte sich Oberhummer in religionskritischen Initiativen wie dem "Zentralrat der Konfessionsfreien" oder "Religion ist Privatsache" und propagierte das "Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien". Als Mitglied der "Skeptiker - Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften" (GWUP) kritisierte er immer wieder "Pseudowissenschaften" - unter anderem öffentlichkeitswirksam mit der Massen-Einnahme einer "Überdosis" homöopathischer Präparate.

Eigene ORF-Sendungen

Mit den "Science Busters" tourte Oberhummer von der Homebase im Wiener Rabenhof durch Österreich, Deutschland und die Schweiz. Ein noch breiteres Publikum fand die "schärfste Science Boygroup der Milchstraße" über Radio-Auftritte auf FM4 und TV-Gastspiele zunächst in "Dorfers Donnerstalk" und dann in eigenen ORF-Sendungen.

Erst im September erschien mit "Das Universum ist eine Scheißgegend" das neue Buch der "Science Busters". Die Premiere des gleichnamigen Kabarettprogramms musste damals verschoben werden - allerdings aufgrund einer schweren Erkrankung Grubers. Anfang November wurde den "Science Busters" der Deutsche Kleinkunstpreis 2016 zuerkannt.

>> Bericht in den "Salzburger Nachrichten"

(Red./APA)

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