Bargeld: Hayek-Institut warnt vor Freiheitsverlust

Eurogeldscheine - 500 Euroscheine
www.BilderBox.com

Der deutsche Ökonom Gerald Mann warnt im Hayek-Institut vor einem Bargeld-Aus. Auch der 500er habe einen Wert für normale Bürger.

Das wirtschaftsliberale Hayek-Institut kämpft für das Bargeld und hat sich dazu Unterstützung aus Deutschland geholt: den Münchner Ökonom und Buchautor Gerald Mann. Seine These: Eine Abschaffung des Bargelds würde die Einführung negativer Zinsen vorbereiten. Ein Bargeld-Aus werde derzeit zwar nur von einzelnen Ökonomen diskutiert, so Mann. Dies könne sich aber schnell ändern: "Irgendwann wird eine Rezession kommen, vielleicht schon nächstes Jahr". Und dann drohten solche drastische Einschnitte in die Wirtschaft. Als nächsten Schritt nach dem Bargeldverbot erwartet sich Mann eine Beschränkung oder sogar ein Verbot des Goldhandels.

Auch der 500-Euro-Schein, dessen Abschaffung die Europäische Zentralbank (EZB) erwägt, habe für normale Bürger seinen Wert, meinen der Ökonom und Institutspräsidentin Barbara Kolm. Als Beispiel führen sie an, dass 2012 zahlreiche deutsche Sparer angesichts der damaligen Griechenland-Krise große Beträge abgehoben habe - ohne 500er wäre dies kaum zu bewältigen gewesen.

Negativzinsen nur bei Bargeld-Aus möglich

Negative Zinsen für die Konsumenten wären nur möglich, wenn es kein Bargeld mehr gibt, da sonst die Menschen ihre Ersparnisse rasch aus der Bank abziehen würden, argumentiert Mann. Bei negativen Zinsen würden die Menschen zwar rasch ihr Geld ausgeben und damit die Konjunktur ankurbeln, aber die Sparkultur würde zerstört.

Das Hayek-Institut sieht durch die aktuellen Bestrebungen den Bargeldverkehr einzuschränken eine Bedrohung für die Freiheit. Allein die theoretische Möglichkeit von staatlicher Willkür müsse ausgeschlossen werden. "Die Probleme, die mit Restriktionen von Bartransaktionen einhergehen, sind keineswegs nur ökonomischer Natur, sondern reichen weit in andere Bereiche", so Ökonomin Kolm vor kurzem in einer Aussendung. Es sei ein "Signal des Misstrauens gegenüber dem Bürger" und eine Verletzung seines Rechts auf Privatsphäre und Anonymität.

(APA/Red.)