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IS-Miliz nahm laut UNO fast 300 Geiseln bei Mossul

Der IS lässt bei Mossul einiges Kriegsgerät zurück, nimmt aber Geiseln auf seinem Rückzug in die Stadt Mossul mit.
Der IS lässt bei Mossul einiges Kriegsgerät zurück, nimmt aber Geiseln auf seinem Rückzug in die Stadt Mossul mit.APA/AFP/SAFIN HAMED
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Die früheren Sicherheitsbeamten sollen als Schutzschilde missbraucht oder getötet werden. Der IS zwang auch 1500 Familien einer Vorstadt nach Mossul zu fliehen.

Berichten zufolge seien bereits zwischen dem 1. und 4. November mindestens 195 ehemalige Sicherheitskräfte in der Region Tel Afar westlich von Mossul entführt worden, 100 weitere im nahe gelegenen Dorf Mawali, erklärte UN-Menschenrechtssprecherin Ravina Shamdasani. Zudem seien 30 Stammesführer verschleppt worden, 18 von ihnen seien getötet worden.

Die Leichen seien in derselben Gegend gefunden worden, in der IS-Kämpfer am 23. Oktober 50 ehemalige irakische Polizeibeamte getötet hatten. Laut der UN-Menschenrechtssprecherin war zunächst unklar, ob es sich bei den neuen Funden um Opfer derselben Massentötung handelt: "Wir versuchen mehr Informationen über die Getöteten zu bekommen."

Erst am Montag hatte das irakische Militär bei seinem Vormarsch auf Mossul im nahe gelegenen Hammam al-Alil ein Massengrab mit rund 100 Enthaupteten entdeckt. Der Ort war am Samstag aus der Gewalt des IS befreit worden.

Berichten zufolge haben IS-Kämpfer auch 1500 Familien gezwungen, sich mit ihnen aus Hammam al-Alil in Richtung des Flughafens Mossul zurückzuziehen. Offenbar sollten die Betroffenen entweder als Schutzschilde missbraucht oder getötet werden, sagte die Sprecherin.

Bahika erobert

Kurdische Kämpfer konnten nach eigenen Angaben die Stadt Bashika unter ihre Kontrolle bringen. Die Stadt östlich von Mossul sei nun "vollständig unter Kontrolle" der Peschmerga, sagte der Generalsekretär des kurdischen Regionalministeriums, Jabbar Yawar, der Nachrichtenagentur AFP.

"Unsere Einheiten sind dabei, die Minen in der Stadt zu räumen." Am Morgen seien die kurdischen Verbände noch auf ein paar in Häusern und Tunneln verschanzte Kämpfer der Jihadistenmiliz IS gestoßen, die flüchten wollten, sagte Yawar. 13 von ihnen seien getötet worden.

Die irakische Armee kämpft seit Wochen in einer Großoffensive gegen die radikalen Islamisten und versucht, die Millionenstadt Mossul zurückzuerobern. Dabei werden die Streitkräfte von kurdischen und schiitischen Milizionären sowie einer internationalen Koalition unter Führung der USA unterstützt. Parallel versuchen Rebellen im benachbarten Syrien, die Stadt Raqqa einzunehmen, die neben Mossul die wichtigste IS-Hochburg ist. Auch sie bekommen von den USA Hilfe.

 

(APA/Reuters)