Wo der Kommunismus noch lebt: China, Vietnam, Laos, Kuba

Über 25 Jahre nach dem Zerfall der Sowjetunion haben nur noch vier bzw. fünf Länder weltweit kommunistische Regierungen.

Vor dem Fall der Sowjetunion gab es zahlreiche Länder mit kommunistischen Regierungen. 2016 verbleiben noch vier, oder - je nach Lesart des nordkoreanischen Regimes - fünf. Eines davon ist Kuba. Mit Fidel Castro ist am Freitagabend jener Mann gestorben, der mit der Revolution von 1959 den Grundstein dazu legte.

CHINA: Mit 1,3 Milliarden Menschen bevölkerungsreichstes Land der Welt. Es hat den Aufstieg zur zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt seiner Abkehr vom kommunistischen Wirtschaftsmodell zu verdanken. Seit den 1980er-Jahren verfolgt China eine Politik der Reformen und der Öffnung. Die sozialistische Marktwirtschaft funktioniert nach kapitalistischen Methoden. Die kommunistische Ideologie wird gepflegt, dient aber nur dem Erhalt der Diktatur der Kommunistischen Partei.

VIETNAM: Nachbarland Chinas, fast viermal so groß wie Österreich, mit mehr als 3000 Kilometern Küste am Südchinesischen Meer. Rund 94 Millionen Einwohner. Ho Chi Minh gründete die Kommunistische Partei in den 1930er-Jahren im Kampf gegen die Kolonialmacht Frankreich. Nach der Niederlage Frankreichs besiegten die Kommunisten auch das US-gestützte Regime in Südvietnam. Seit 1975 regieren sie das vereinigte Land. Seit 1986 gibt es marktwirtschaftliche Reformen.

KUBA: Gut elf Millionen Einwohner, etwa so groß wie einst die DDR. Nach der Revolution von 1959 wandte es sich Anfang der 1960er-Jahre zum Kommunismus und suchte bei der Sowjetunion Schutz vor dem kapitalistischen Nachbarn USA, der zuvor großen Einfluss auf der Insel hatte. Bis 2006 regierte der am Freitag 90-jährig verstorbene Revolutionsführer Fidel Castro. Unter Fidels jüngerem Bruder Raul (85) versucht Kuba seit einigen Jahren mit zaghaften markwirtschaftlichen Reformen, die marode Wirtschaft des Landes anzukurbeln.

LAOS: Armes Nachbarland Vietnams ohne Küstenzugang, fast dreimal so groß wie Österreich. Knapp sieben Millionen Einwohner. Laos war Teil des französischen Kolonialgebiets Indochina. Im Vietnamkrieg wurde es zum meist bombardierten Land der Welt. US-Bomber legten weite Teile in Schutt und Asche, weil vietnamesische Kommunisten sich im Grenzgebiet versteckten. Bis heute sind die Böden verseucht. Nach dem Ende des Vietnamkriegs marschierte Vietnam ein und installierte 1975 die kommunistische Regierung.

NORDKOREA: Nachbarland Chinas, eineinhalb Mal so groß wie Österreich, 24 Millionen Einwohner. Die Vereinten Nationen werfen der Diktatur gröbste Menschenrechtsverletzungen vor. Nordkorea hat zwar 2009 alle Bezüge zum Kommunismus aus seiner Verfassung gestrichen. Aber die Arbeiterpartei wurde 1945 als Zweig der ehemaligen Kommunistischen Partei gegründet. An der Spitze von Staat, Partei und Armee steht der Machthaber Kim Jong-un; er "erbte" die Machtposition von seinem Vater. Bereits sein Großvater Kim Il-sung war mithilfe Moskaus an die Spitze der Partei gelangt und wird als Staatsgründer verehrt.

(APA/dpa)

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