Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Handel erwartet gutes Geschäft

Wiener Einkaufsstraße
(c) Die Presse (Clemens Fabry)
  • Drucken

Einer Umfrage der Wirtschaftskammer zufolge wird am heutigen Freitag mit rund 270.000 Kunden gerechnet. Besonders optimistisch zeigen sich die Elektrokleingerätehersteller.

Wien. Der Wiener Handel ist gut in das verlängerte Einkaufswochenende gestartet. Am 8. Dezember hätten "die Käufer gegenüber den Schauern überwogen", zieht Roman Seeliger von der Bundessparte Handel in der Wirtschaftskammer (WKÖ) eine insgesamt positive Bilanz über den einkaufsoffenen Feiertag.

"Am Vormittag war die Stimmung noch etwas verhalten, ab Mittag und dem frühen Nachmittag kam die Kauflust aber in Schwung", sagte Seeliger der Austria Presse Agentur. Im vergangenen Jahr sei der 8. Dezember auf einen Dienstag gefallen und der an diesem Tag erzielte Umsatz habe etwa 70 Prozent des Umsatzes am ersten Weihnachtssamstag 2015 entsprochen. "Das werden wir heuer überschreiten."

Im Weihnachtsgeschäft 2015 sei in Österreich im stationären Handel ein Umsatz von 1,53 Mrd. Euro erzielt worden, sagte Seeliger. Mit dem österreichischen Online-Handel - also ohne Online-Käufe bei ausländischen Händlern - seien es 1,63 Mrd. Euro gewesen. Von diesen Zahlen ausgehend erwarte man für heuer ein Umsatzplus von einem Prozent "oder etwas mehr".

Fenstertag als zusätzlicher Shoppingtag

Der Handel erwartet auch für den Freitag ein gutes Geschäft. Da sich viele Menschen den Fenstertag freigenommen hätten, rechnet man laut einer Umfrage der Wirtschaftskammer mit rund 270.000 Kunden in den Geschäften – zu Mariä Empfängnis ist noch mit rund 140.000 Käufern gerechnet worden. Der Befragung zufolge haben insgesamt 88 Prozent der Wiener vor, zu Weihnachten Freunde und Verwandte zu beschenken – und wollen dafür im Schnitt 350 Euro ausgeben.

Generell hat sich der 8. Dezember laut dem Obmann der Sparte Handel, Rainer Trefelik, als Shoppingtag bei den Konsumenten gut etabliert. „Ideal ist es, wenn dieser auf einen Dienstag oder Donnerstag fällt. Die resultierenden Fenstertage nehmen die Kunden in der Regel gern mit.“

Wer zu Mariä Empfängnis aufsperrt oder nicht, sei je nach Branche und Lage unterschiedlich. Trefelik: „Grundsätzlich ist aber mittlerweile das Offenhalten in den Wiener Einkaufsstraßen üblich.“

Connected Home als Turbo

Was den vergangenen zweiten Einkaufssamstag anbelangt, zeigt sich Trefelik ebenfalls sehr zufrieden. Die Umsätze seien um ein Prozent höher gewesen als am Vergleichstag 2015.

Vor allem Schuh- und Lederwaren seien am Wochenende wegen des kalten Wetters sehr gefragt gewesen, sagt er und verweist auf ein zweistelliges Plus in diesem Sektor. Spielzeug – bei dem sich der Trend zu den Klassikern Lego und Playmobil weiter fortsetzt – und Sportartikel lagen den Angaben zufolge ebenfalls über dem Vorjahresniveau.

Vor allem die Elektrokleingerätehersteller blicken, im Fahrwasser des Smartphone-Booms und der beliebten TV-Kochshows, zufrieden auf das bisherige Jahr zurück und erwarten im Weihnachtsgeschäft noch einen Schub.

„Die Geräte verschwinden nach dem Gebrauch nicht mehr in der Lade, sondern sind Teil des Küchendesigns“, sagt Peter Pollak, Sprecher des Forum Elektrokleingeräte des Fachverbands Elektroindustrie. Und sie werden vermehrt mittels Smartphone mobil gesteuert – Connected Home nennt sich die Entwicklung. Dies reiche von der Kaffeemaschine bis zur elektrischen Zahnbürste.

Sehr billig oder sehr teuer

Der Trend hin zu hochwertigen Espressomaschinen halte auch heuer an, dies gelte sowohl für Kapselsysteme als auch für Kaffeevollautomaten, einer Maschine mit integriertem Mahlwerk für die Bohnen. Bei den Staubsaugern greifen die Konsumenten verstärkt zu Akkusaugern und bei der Haarpflege seien Glättbürsten nach wie vor sehr gefragt.

Ein weiterer Trend ist bereits seit Längerem zu beobachten: „Die mittlere Preisklasse kommt unter Druck“, sagt Pollak. Die Kunden würden entweder sehr preisbewusst oder hochwertig einkaufen. Rund ein Viertel des Umsatzes mit Elektrokleingeräten werde bereits online erzielt.

Die Kleingerätehersteller durften sich im ersten Halbjahr 2016 über ein Umsatzplus von sieben Prozent auf 209 Millionen Euro freuen – und das ausgehend von einem hohen Vorjahresniveau.

Küchengeräte legten im Jahresvergleich um 13 Prozent zu, bei der Körperpflege gab es bei den Verkaufserlösen einen Zuwachs von neun Prozent, die Haushaltsgeräte verzeichneten einen Anstieg von fünf Prozent. (red.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.12.2016)