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Diesel-Affäre wird Audi noch Jahre begleiten

Audi-Chef Rupert Stadler blickt nach dem Diesel-Skandal nach vorne.
Audi-Chef Rupert Stadler blickt nach dem Diesel-Skandal nach vorne.(c) APA/AFP/CHRISTOF STACHE
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Auch wenn die Einigung von VW zu den 3-Liter-Dieselmotoren in den USA von Audi-Chef Rupert Stadler als Befreiungsschlag gewertet wird, werden die Aufräumarbeiten noch länger dauern.

Für Audi-Chef Rupert Stadler ist der Vergleich mit den US-Behörden zu umweltbelastenden großen Dieselautos ein Befreiungsschlag. "Die Einigung mit den US-Umweltbehörden ist für uns extrem wichtig", sagte der Manager in einem am Freitag veröffentlichten Interview mit dem "Handelsblatt". Zwar gebe es noch einiges zu lösen, "aber insgesamt ist es eine Befreiung für unsre Marke und den ganzen VW-Konzern." Einen Rücktritt als Konsequenz aus dem Dieselskandal habe er nie erwogen. "Nein definitiv nicht. Zu den Aufgaben eines CEO gehört es, das Unternehmen gerade in schwierigen Zeiten mit ruhiger Hand zu steuern und auf Kurs zu halten."

Stadler räumte ein, die Dieselaffäre werde Audi noch mehrere Jahre begleiten. "Das Thema hat bei uns tiefe Spuren hinterlassen. Es wäre fatal zu glauben, das wäre Vergangenheit." Im Jahr 2016 sei aber ein Neuanfang mit einer neuen Mannschaft und einem neuen Chef für die Entwicklung von Motoren und Getrieben erreicht worden. "Ich bin der festen Überzeugung, dass wir jetzt alle Voraussetzungen haben, das Thema bis hin zur technischen Nachrüstung sauber abzuarbeiten."

Stadler äußerte sich zuversichtlich, trotz der Kosten für die Entschädigung der US-Kunden und der Entwicklungskosten für Elektro-Autos die Margenziele zu erreichen. "Ich bin der festen Überzeugung, dass wir langfristig acht Prozent erreichen werden. In Spitzenzeiten sind zehn Prozent machbar." Es helfe, Teil eines großen Konzerns zu sein und Schlüsseltechnologien gemeinsam nutzen und Synergien realisieren zu können.

US-Geschäfte laufen "ordentlich"

Stadler betonte, die Geschäfte liefen in den USA trotz des Abgasskandals "ordentlich". Die Nachfrage nach SUV wachse nach wie vor. Daher werde Audi in den kommenden zwei bis drei Jahren neue Modelle, darunter einen Q8 und einen A8, auf den Markt bringen. Aber auch Dieselfahrzeuge seien gefragt. "Unsere Händler berichten, dass Diesel-Sechs-Zylinder nach wie vor auf großes Interesse stoßen."

VW hat nach dem Vergleich mit den Behörden in den USA auch mit den Privatklägern eine grundsätzliche Einigung erzielt. Dies hatte Bezirksrichter Charles Breyer am Donnerstag in San Francisco bekannt gegeben. Demnach sollen die Besitzer von rund 83.000 großen Diesel-Fahrzeugen mit umweltbelastenden Drei-Liter-Motoren - etwa Geländewagen von Audi, VW und Porsche - eine "erhebliche Entschädigung" erhalten. Wie hoch sie ausfallen wird, verriet Breyer nicht. Das "Handelsblatt" berichtete unter Berufung auf Branchenkreise, auf Audi kämen Kosten von knapp zwei Milliarden Euro zu. Knapp eine Milliarde hat der Konzern bereits zurückgestellt.

(Reuters)