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Ein Roman wie ein Songbook

Markus Binder, im Hauptberuf eine Hälfte der ursprünglich oberösterreichischen Mundart-Band Attwenger, erzählt von seinem Ausflug auf den Parallel-Planeten der Prosa: Mit „Teilzeitrevue“ ist kürzlich sein zweiter Roman erschienen.
Markus Binder, im Hauptberuf eine Hälfte der ursprünglich oberösterreichischen Mundart-Band Attwenger, erzählt von seinem Ausflug auf den Parallel-Planeten der Prosa: Mit „Teilzeitrevue“ ist kürzlich sein zweiter Roman erschienen.(c) Clemens Fabry
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Attwenger-Texter und -Sänger Markus Binder hat einen Roman geschrieben. Ein rasanter Reisebericht, fast wie von einem anderen Planeten.

Liest man Markus Binders „Teilzeitrevue“, man hat fast unweigerlich seine Attwenger-Stimme im Ohr. Den unverkennbaren Sound, Schlagzeug, Harmonika, Dialekt (Sprech-)Gesang. Ein Roman, teils aus Songtexten und Gedichten, die ebenso Lyrics seines Duos Attwenger sein könnten. „Wo wohnt das Gewohnheitstier? Mir kommt es vor, es wohnt in dir. Ganz genau so gut in mir. So gesehen: Zoos sind wir. Zoos für das Gewohnheitstier.“ Oder: „Ein Junge stand am Straßenrand, Geld, das fiel ihm aus der Hand, die Sonne schien wie ein Revolver“, zitiert Binder beim Gespräch im Kaffee Alt Wien zwei Lieblingsstellen. Es sind kleine Gedichte, alltägliche Beobachtungen, Reflexionen über die Absurditäten des Lebens, einmal verstörte, einmal begeisterte Betrachtungen über das tägliche Chaos, durch das sich moderne Menschen bewegen, mitunter verpackt in Haikus – denn die, sagt Binder, seien eine seiner besonderen Leidenschaften, und zitiert sein Liebstes: „Den Mond im Fenster hat der Dieb zurückgelassen.“