Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Jeder vierte heimische Händler ist noch offline

Viele Händler haben noch keinen Webshop(c) imago stock&people (imago stock&people)
  • Drucken

3,5 Milliarden Euro fließen derzeit aus Österreich zu Onlineshops ins Ausland ab. Auch weil ein beträchtlicher Teil der heimischen Händler noch keinen Onlinekauf anbietet.

Bei 6,9 Milliarden Euro lagen 2016 die Umsätze ausländischer und heimischer Onlineshops in Österreich. Der heimische Interneteinzelhandel setzt 3,4 Milliarden Euro um, es könnte aber noch mehr sein. 20 bis 30 Prozent der 39.000 österreichischen Handelsunternehmen haben noch keinen Online-Shop, manche haben noch nicht einmal eine Webseite. "Wir wollen die heimischen Unternehmen fit für den Online-Handel machen. Es muss nicht gleich ein hochentwickelter Webshop sein, es reicht auch, auf einem Marktplatz vertreten zu sein", sagte Iris Thalbauer, Geschäftsführerin der Bundessparte Handel in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Donnerstagabend bei einem Pressegespräch.

Ein Umstand, der ihr gar nicht gefällt ist, dass rund 3,5 Milliarden Euro ins Ausland fließen - jener Umsatz, den ausländische Online-Händler in Österreich machen. Das zu ändern wäre für den Standort, den Handel und die Arbeitsplätze wichtig. Wo bei der Anteil der Onlineumsätze der heimischen Konsumenten am gesamten Einzelhandelsumsatz Österreichs in Europa laut RegioData nur von Großbritannien übertroffen wird.

Die Onlineanteile am Einzelhandelsumsatz steigen  seit Jahren – und zwar in allen Ländern, und sie werden weiter steigen. Nach Expertenmeinung mittelfristig auf etwa 30 - 35 Prozent, quer über alle Branchen. Doch diese Anteile sind in den einzelnen Ländern höchst unterschiedlich, während im Norden und Westen Europas die Onlineanteile relativ hoch sind, zeichnen sich im Süden und Osten niedrige Werte ab. So liegt der Spitzenreiter Großbritannien bereits bei fast 17 Prozent des gesamten Einzelhandelsumsatzes, die Türkei oder Russland bei gerade mal 3,5 Prozent.

(c) RegioData

Um mehr der heimischen Händler zum Onilnehandel zu bringen, zieht die Wirtschaftskammer heuer nach 2013 und 2014 zum dritten Mal mit ihrer Roadshow durch die Bundesländer, um Händler für den E-Commerce zu begeistern. "Denn die Entwicklung im Online-Einzelhandel ist sehr dynamisch, jene im stationären Handel ist gleichbleibend", so Thalbauer.

Viele Händler haben Angst und Vorurteile, wenn es um das Thema Digitalisierung geht, sagte Barbara Thaler, Internet-Unternehmerin und Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer Tirol. Viele Händler ließen sich auch durch fehlendes Know-how und Preistransparenz von einem Online-Auftritt abhalten. "Da wird von den Unternehmen schon viel Veränderungsbereitschaft verlangt", so Thaler. Die Roadshows konzentrieren sich auf zehn Themen, darunter finden sich unter anderem Steuerrecht, E-Commerce-Recht, Online-Marktplätze, Content-Produktion, betriebswirtschaftliche Kennzahlen und Suchmaschinen.

 

 

(APA)

Mehr erfahren

Zum Thema

Premium "Dann wäre Feuer am Dach“

Zum Thema

Interspar: Online wider Willen