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Terror, Tod & Teufel: Gänsehaut-Feeling auf Netflix und Amazon

Eine Arktis-Expedition trifft auf ein Monster, im englischen Herrschaftshaus spukt es, in der französischen Provinz fordert ein Wald seine Opfer: Blanker Horror und menschliche Abgründe in Serie.

The Terror

Zehn Folgen, 2018
Zu sehen auf Amazon

Sie war ein stolzes Schiff, die HMS Terror, die am 19. Mai 1845 an der Seite der HMS Erebus mit 130 Mann an Bord in See stach, um unter Admiral und Polarforscher Sir John Franklin die Nordwestpassage zu suchen. Die Geschichte endete tragisch: Niemand kehrte aus dem arktischen Eis zurück. Was die Inuit später von den frierenden, hungernden, verzweifelten Männern, die drei Jahre lang ums Überleben kämpften, erzählten, wollte in England keiner glauben: Kannibalismus? Unmöglich! Lieber zeiht man die „Wilden“ der Lüge.

Die AMC-Serie „The Terror“ (produziert von Ridley Scott; "Der Marsianer", "Mord im Orient Express" etc.), die auf Dan Simmons Roman (2007) basiert, erweitert das historische Drama um das Element Horror: Die Mannschaft der im Packeis steckenden Schiffe wird von einem Monster tyrannisiert, das von den Inuit gefürchtet und verehrt wird. Doch es ist nicht dieses Untier (das als Metapher für die fortschreitende Verrohung verstanden werden kann), das hier für Horror sorgt: Es sind die Menschen, die sich sukzessive in Monster verwandeln. Psychologisch detailliert wird gezeigt, wie Mitgefühl, Haltung, Glaube und Verstand verloren gehen. Und doch gibt es in dieser packenden, tieftraurigen Geschichte über die Unmenschlichkeit auch Tröstliches: einen Funken Nächstenliebe.

Black Spot

Acht Folgen, 2017
Zu sehen auf Amazon

„Lächeln Sie, Sie sind in Villefranche“, steht auf dem Plakat am Ortseingang, vor dem sich gleich ein grotesker Überlebenskampf abspielen wird. Denn Staatsanwalt Franz Siriani (Laurent Capelluto) ist Allergiker und wird von einem Insekt gestochen. Hilfe zu holen ist unmöglich: Villefranche liegt in einer „Zone Blanche“ – einem Funkloch, in dem auch sonst so manches Gerät verrückt spielt. Und das ist noch nicht alles an Seltsamkeiten: Die Verbrechensrate ist sechsmal so hoch wie anderswo, die Aufklärungsrate aber gleich null . . .

Schon bald hängt die nächste Tote an einem Baum. In diesem französischen Grenzgebiet zu Belgien scheint es nicht mit rechten Dingen zuzugehen: „Die Vögel werden verrückt. Die Bäume bluten“, sagt einer. Hat der Wald, der stets verregnet und düster ist, ein Eigenleben? Fordert er Opfer? Lebt dort ein gefährliches Wesen, ein Waldmensch? Aber auch einige Bewohner sind verdächtig – es gibt Intrigen und Geheimnisse. Kommissarin Laurène Weiss (Suliane Brahim gibt sie als rauen, undurchschaubaren Charakter) geht dabei so angstbefreit auf Täterjagd, dass es einem den Schweiß auf die Stirn treibt: spannend und überraschend – bis zum Schluss.

Requiem

Sechs Folgen, 2018
Zu sehen auf Netflix

Cellistin Matilda Grey hat ein wunderbares Leben: Sie steht kurz vor einem großen Auftritt, hat ein Engagement in den USA in Aussicht und mit Hal (Joel Fry) einen Musiker und Freund zur Seite. Doch als Matildas Mutter sich vor ihren Augen die Kehle durchschneidet, wird die junge Frau auf der Suche nach einer Erklärung mit ihrer eigenen Vergangenheit konfrontiert?– und von bösen Ahnungen gequält. Dabei entpuppt sich das idyllische Penllynith als reichlich unheimliches Städtchen. Es spukt: Im Wald und im Herrschaftshaus flüstert und knistert es, die Kleinstädter hüten ein Geheimnis . . . Die charismatische Lydia Wilson wirkt als Matilda oft ätherisch wie ein Engel, der – von Neugier, Angst und Faszination getrieben – dem Fall entgegentaumelt.

The Ritual

Von David Bruckner, 2017
Zu sehen auf Netflix

Luke, Hutch, Dom und Phil wollen im Gedenken an ihren verstorbenen Freund Robert den Fernwanderweg Kungsleden in Nordschweden gehen. Doch schon auf der ersten Etappe verknöchelt sich einer, und sie werden von einer Regenfront überrascht. Also beschließen sie, eine Abkürzung durch ein Waldstück zu nehmen, und kehren in einer verlassenen Hütte ein. Das war allerdings keine gute Idee. Was folgt, ist ein nervenaufreibender und blutiger Trip, ein seltsames Wesen verfolgt die Freunde und bringt sie auseinander. In einer der Hauptrollen zu sehen ist Robert James-Collier, bekannt als Butler aus „Downton Abbey“. Die Netflix-Produktion, die zuerst auf dem Toronto Filmfestival zu sehen war, beginnt ausnehmend spannend und ist wirklich furchterregend. Sie enttäuscht nur mit einem allzu schrägen Voodoo-Ende.

Lore

Von Aaron Mahnke, 2017
Zu sehen auf Amazon

Horror einmal anders: Aaron Mahnke erzählt in einer Mischung aus animierten und Spielszenen von den Hintergründen, aus denen Schauergeschichten entstanden sind. Episode eins befasst sich mit Mercy Brown, die als „America's First Vampire“ Geschichte schrieb. Dabei war die Arme nur 19-jährig an TBC gestorben. Da die Leute aber dachten, sie trüge einen Dämon in sich, der andere krankmacht, wurde Mercy exhumiert, ihr Herz verbrannt und ein Sud davon ihrem ebenfalls erkrankten Bruder verabreicht. Er starb – die schaurigen Geschichten von den Untoten lebten weiter.

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