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Trump bezeichnete EU, Russland und China als "Gegner"

Donald und Melania Trump besteigen die Air Force One in Richtung Helsinki.
Donald und Melania Trump besteigen die Air Force One in Richtung Helsinki.REUTERS
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US-Präsident verwies in CBS-Interview auf den Handelsstreit mit der EU. "Aber das heißt nicht, dass sie schlecht sind. Es heißt nichts." Den Medien wirft er per Twitter vor, "Feind des Volkes" zu sein.

US-Präsident Donald Trump hat die EU, Russland und China in einem Interview als "Gegner" (englisch "foe") bezeichnet. In der Sendung "Face the Nation" des Fernsehsenders CBS, das am Sonntag ausgestrahlt wurde, sagte Trump, seiner Ansicht nach hätten die USA "viele Gegner". "Ich denke, die Europäische Union ist ein Gegner", sagte er mit Verweis auf den Handelsstreit mit der EU.

"Man würde jetzt nicht unbedingt an die EU denken, aber sie sind ein Gegner", so der US-Präsident. "foe" kann auch mit "Feind" übersetzt werden.

Trump begründete diese Aussage mit aus seiner Sicht unfairen Handelspraktiken der Europäer und griff erneut insbesondere Deutschland an. Die Bundesrepublik trage nicht ausreichend zur Verteidigung innerhalb der Nato bei. Zu gleicher Zeit kaufe Deutschland Russland Energie ab. Deutschland lasse Millionen in die Kassen derer fließen, vor denen die USA die Deutschen schützten. Dieselben Aussagen hatte Trump diese Woche beim Nato-Gipfel immer wieder wiederholt. Dem transatlantischen Verteidigungsbündnis gehören neben den USA fast alle EU-Staaten an.

Russland sei in mancherlei Hinsicht ein "Gegner", China sei dies wirtschaftlich, sagte Trump laut CBS-Homepage. "Aber das heißt nicht, dass sie schlecht sind. Es heißt nichts. Es heißt, dass sie kompetitiv sind", wurde der US-Präsident zitiert.

EU-Ratspräsident Donald Tusk hat Trump kategorisch widersprochen. "Amerika und die EU sind beste Freunde", schrieb Tusk am Sonntag auf Twitter. "Wer auch immer sagt, wir seien Feinde, verbreitet Fake News."

Trump auf dem Weg nach Helsinki

Trump ist von Schottland aus zu seinem Gipfel mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin in Finnland aufgebrochen. Die Präsidentenmaschine Air Force One startete am Sonntagnachmittag vom Flughafen Glasgow-Prestwick nach Helsinki. Trump sollte am Abend in der finnischen Hauptstadt landen. Begleitet wurde er von First Lady Melania.

Montagmittag will der US-Präsident mit Putin über das Verhältnis der beiden größten Atommächte sprechen, das so gespannt ist wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Außerdem soll es in der finnischen Hauptstadt um internationale Konfliktherde wie die Ukraine oder Syrien gehen.

Überschattet wird der Gipfel von neuen Erkenntnissen der Justiz in Washington, russische Geheimdienstmitarbeiter hätten vor der US-Präsidentenwahl 2016 Computer der US-Demokraten und des Wahlkampflagers von Trump-Kontrahentin Hillary Clinton angegriffen. Trump hofft auf einen guten persönlichen Draht zu Putin, steht aber zuhause unter Druck, dem russischen Präsidenten möglichst wenig entgegenzukommen. Auch in der Europäischen Union und der Nato gibt es Befürchtungen, dass Trump, ein erklärter Kritiker dieser Organisationen, sich vorschnell Putin annähern und ihre Position untergraben könnte.

Geplant sind ein Vier-Augen-Gespräch der Präsidenten, ein Treffen mit den Delegationen und eine gemeinsame Pressekonferenz. Der finnische Präsident Sauli Niinistö stellt seine prunkvolle Residenz im Zentrum von Helsinki für das Spitzentreffen zur Verfügung.

Angriff gegen Medien auf Twitter

Auf Twitter hat Trump sich am Sonntag außerdem über geringe Wertschätzung seiner politischen Erfolge beklagt. "Leider, egal wie gut ich bin auf dem Gipfel, ob ich die großartige Stadt Moskau als Wiedergutmachung für all die Sünden und das Übel, das Russland über die Jahre begangen hat, bekommen würde, ich würde (auch dann) zurückkommen und kritisiert werden, weil ich St. Petersburg auch noch hätte bekommen müssen."

Trump griff in diesem Zusammenhang erneut die Medien an. "Ein großer Teil unserer Nachrichtenmedien ist in der Tat der Feind des Volkes", betonte er. "Und alles, was die Demokraten können, ist es, zu behindern und sich zu widersetzen", fuhr er fort. Dies sei der Grund für die Spaltung des Landes. "Aber eines Tages wird das heilen", schrieb der US-Präsident. Trump trifft am Montag in Helsinki mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zusammen.

(APA/AFP/dpa)