Schlafmangel verändert den Stoffwechsel im Gewebe

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Während sich zu wenig Schlaf für Muskelzellen eher abbauend auswirkt, hat er auf Fettgewebe einen Wachstums-anregenden Effekt.

Akuter Schlafmangel beeinflusst offenbar sehr schnell die Funktion von Fett- und Muskelgewebe. Das hat ein Wissenschaftlerteam unter Jonathan Cedernaes von der Universität von Uppsala (Schweden) in Experimenten mit 15 Probanden herausgefunden.

Dass Schlafmangel an der Entstehung von Übergewicht und Diabetes beteiligt sein kann, ist eine alte Beobachtung aus epidemiologischen Studien. Cedernaes und das Forscherteam machten sich auf die Suche nach Effekten von Schlafmangel auf das Gewebe. Bei 15 Probanden wurden unter normalen Schlafbedingungen bzw. nach einer durchwachten Nacht Proben von Fett- und Muskelgewebe entnommen und untersucht.

Die Resultate wurden jetzt in "Science Advances" publiziert. "Wir fanden, dass akuter Schlafmangel die Methylierung der gesamten DNA im Fettgewebe verändert. Objektive Analysen der für die Proteinproduktion verantwortlichen Gene (Transkriptom; Anm.), der Eiweiß und Eiweiß-Metaboliten-Profile zeigten ebenfalls hoch spezifische Veränderungen je nach Gewebetyp", schrieben die Wissenschaftler.

So änderte sich der Stoffwechsel in Richtung von Entzündungszeichen sowohl beim Fett- als auch beim Muskelgewebe, wenn akuter Schlafentzug erfolgt war. Veränderungen der "Inneren Uhr" zeigten sich aber nur in Muskelzellen. Während sich Schlafmangel für Muskelzellen eher abbauend auswirkte, hatte er auf Fettgewebe einen Wachstums-anregenden Effekt. Das dürfte auf Mutationen im Methylierungsmuster der Erbsubstanz der Zellen beruhen. Mehr Methylierung legt Gene lahm, weniger fördert ihre Aktivität.

(APA)