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Streamingtipps

Heiße Rhythmen und große Stimmen im Herbst

Martin Grubinger interpretiert im Konzerthaus Leonard Bernstein.Fabry
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Klassikfreunde erwartet ein spannender Saisonstart – auch in den eigenen vier Wänden. Umstrittene Inszenierungen, eine kraftvolle Bernstein-Hommage und eine Festspielrückschau lassen sich streamen.

Saisonstart mit Percussive Planet: Martin Grubinger im Konzerthaus

Zu sehen auf takt1.de

Prägnant rhythmisiert hebt die neue Spielzeit im Wiener Konzerthaus an. Martin Grubinger feiert mit seinem Ensemble Pecussive Planet den Jahresregenten Leonard Bernstein.

Also werden Auszüge aus Bernsteins populärstem, von vielen schwungvollen Tänzen durchzogenem Werk, der „West Side Story“, nicht fehlen. Grubinger stellt die Partitur in Beziehung zu Zeitgenossen Bernsteins und neuen Werken, unter anderem aus der Feder von Martin Grubinger senior, dem Vater des Meisterschlagzeugers.

Aber nicht nur Großmeister der Unterhaltungsbranche kommen dabei „zu Ton“. Neben Stücken wie Herbie Hancocks „Watermelon Man“ erklingt auch Béla Bartóks Sonate für zwei Klaviere und Schlagzeug, ein Meilenstein in der Geschichte der musikalischen Moderne, mit dem der ungarische Komponist, der zuvor für kühne Klangexperimente in einem tonal freien Raum berühmt geworden war, erstmals die Annäherung zu – freilich fantasievoll neu definierten – Dur- und Moll-Klängen suchte. Das Stück ist elektrisierend wie vieles aus späteren, vermeintlich „groovigeren“ Zeiten und stellt Bernstein auch in jenes Spannungsfeld, dem er sich selbst stets zurechnete. Livestream 12. September (19.30).

 

Nachwuchssänger bei strenger Prüfung: Der Helmut-Deutsch-Wettbewerb

Zu sehen auf myfidelio.at

Livestreaming kann auch eine gute Chance für junge Künstler darstellen, international gehört zu werden. Insofern ist es besonders zu begrüßen, wenn Musikwettbewerbe nicht nur in kleinen Sälen vor einer Fachjury, sondern gleichzeitig auch im Netz stattfinden. So bei dem Gesangswettbewerb, den der meisterliche Liedkenner und -pianist Helmut Deutsch ins Leben gerufen hat.

Das Finale dieses Bewerbs ist am 15. September (19 Uhr) via „Fidelio“ zu erleben. Nur mitstimmen dürfen die Zuschauer daheim (noch) nicht . . .

 

Was wird denn aus Wettbewerbssiegern? Über Domingos „Operalia“

Zu sehen auf medici.tv

Faszinierend, wenn junge Stimmen um die Gunst von Fachjurys buhlen und Preise ersingen. Faszinierend auch, wie unterschiedlich die Profis aus der Musikwelt und das Publikum oft urteilen. Technische Perfektion geht nicht immer Hand in Hand mit Bühnentemperament und Überzeugungskraft.

Faszinierend aber auch die Untersuchung, was eigentlich aus Wettbewerbssiegern wird. Eine Dokumentation untersucht die Wirkungsmacht von Placido Domingos weltweit beachtetem „Operalia“-Wettbewerb und folgt den Spuren der Teilnehmer nach dem „Sängerkrieg“, wenn der Kampf um die Gunst von Agenten und Intendanten beginnt.

 

Sängerstars, live am Werk in Wien: Die ersten Staatsopernstreams

Zu sehen auf staatsoperlive.com

Die Spielzeit im Haus am Ring hat begonnen. Auch die Liveübertragungen aus der Wiener Staatsoper heben an. Wobei die Abonnenten des Streamingdienstes des Hauses auch nachschauen können, wie weit manch heftig ablehnende Reaktion auf Neuinszenierungen gerechtfertigt scheint. Der neue „Freischütz“ – Webers Oper erweist sich gegenüber zeitgenössischen Regieversuchen seit Jahr und Tag als widerborstig – war trotz illustrer Sängerbesetzung wenig erfolgreich.

Nun kehrt er, neu besetzt, wieder: einmal schauen und hören, wie sich Anna Gabler, Tomasz Konieczny und Christopher Ventris im neuen Ambiente ausnehmen (11. September). Außerdem in den ersten Streamingtagen im Netz: Strauss' „Ariadne auf Naxos“ mit Adrianne Pieczonka, Stephen Gould, Sophie Koch und Daniela Fally (13.) sowie Verdis „Traviata“ mit Albina Shagimuratova, Pavol Breslik und Simon Keenlyside (23. September).

 

Kirill Petrenko.AFP

Festspielhighlight zum Nachhören: Die Berliner und ihr neuer Chef

Zu sehen auf digitalconcerthall.com

Die Konzerte wirkten wie Paukenschläge: Berlins Musikfreunde, die mit Spannung den ersten Auftritt von Kirill Petrenko, des designierten Chefdirigenten ihrer Philharmoniker, nach dem Abgang von Sir Simon Rattle erwarteten, reagierten mit Jubelstürmen auf die Aufführung zweier Richard-Strauss-Tondichtungen und von Beethovens Siebenter.

Kurz danach war das neue Gespann mit demselben Programm und mit Franz Schmidts Vierter Symphonie bei den Salzburger Festspielen zu Gast. Auch dort gab es Standing Ovations. Die Onlineplattform bewahrt für Abonnenten die Berliner Livemitschnitte der beiden Programme zum Nachhören auf.

 

Rare Dokumente der Primadonna assoluta: Die Callas-Konzerte in Paris

Zu sehen auf medici.tv

Von der einzigartigen Strahlkraft der Maria Callas auf der Bühne gibt es kaum Videodokumente. Immerhin besitzen wir Livemitschnitte von Konzertauftritten der Primadonna assoluta – und diese lassen zumindest ahnen, was die Zeitgenossen an dieser Sängerin so einzigartig fanden.

 

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