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Neuzulassungen: Weniger Dieselautos, mehr Elektroautos

VW Neuwagen werden auf Flughafen Parkplatz abgestellt
APA/dpa/Wolfgang Kumm
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Die Autoneuzulassungen in Österreich gingen im Vorjahr um 3,5 Prozent zurück. Der Trend zum E-Auto hält an, jedoch nur bei Unternehmen und juristischen Personen.

Im vergangenen Jahr wurden in Österreich 341.068 Pkw neu zugelassen - das waren zwar um 3,5 Prozent weniger als 2017, dennoch war es der bisher dritthöchste Wert, den die Statistik Austria jemals erhoben hat. Die Neuzulassungen von Dieselautos haben um ein Fünftel abgenommen, bei Elektroautos gab es hingegen eine Zunahme um 24,4 Prozent - ihr Anteil war mit 2,0 Prozent aber noch immer gering.

Benzinautos hatten einen Anteil von 54,0 Prozent an den Neuzulassungen, sie haben um 12,5 Prozent zugelegt, während Diesel-Pkw (Anteil: 41,1 Prozent) gegenüber 2017 um 20,1 Prozent abnahmen. Das gab die Statistik Austria am Mittwoch bekannt.

Weniger Pkw-Zulassungen in Oesterreich
Pkw-Zulassungen 2018APA

Der Anteil alternativ betriebener Pkw – Elektro, Erdgas, bivalenter Betrieb und kombinierter Betrieb (Hybrid) – war mit 4,9 Prozent zwar weiterhin vergleichsweise gering, der relative Zuwachs betrug allerdings 18,7 Prozent. Die Anzahl der Neuzulassungen von Benzin-Hybrid-Pkw – die wichtigste alternative Kraftstoffart bei Pkw – erhöhte sich um 2,4 Prozent auf 8.353.

Neuzulassungen mit reinem Elektroantrieb nahmen um 24,4 Prozent auf 6.757 zu, der Anteil an allen Pkw-Neuzulassungen stieg von 1,5 Prozent auf 2,0 Prozent. Elektroautos wurden auch 2018 noch vorwiegend von juristischen Personen, Firmen bzw. Gebietskörperschaften zugelassen, auf sie entfielen vier Fünftel der Elektro-Pkw-Neuzulassungen. Bei den Privatkäufen gab es hingegen einen Rückgang.

Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) führte dies heute bei einer Pressekonferenz im Vorfeld der Vienna Auto Show auf die abwartende Haltung der Konsumenten zurück. Insgesamt könne man aber mit den Zulassungszahlen zufrieden sein, Österreich liege hier im europäischen Spitzenfeld.

Hofer: Bei NoVA muss Finanzminister entscheiden

Die österreichische Bundesregierung hat die noch von der Vorgängerregierung aufgelegte Förderung für Elektromobilität heuer neu ausgerichtet. Private erhalten nun 3.000 Euro beim Kauf eines E-Autos, zuvor waren es 4.000 Euro. Zur Einordnung: Ein neuer VW Golf mit Benzinmotor beginnt bei einem Listenpreis von 21.000 Euro, bei einem E-Golf sind es 39.000 Euro.

Zur Forderungen der Autoindustrie nach einer Abschaffung der Normverbrauchsabgabe (NoVA) meinte Hofer, er sei kein Freund dieser Steuern, am Zug sei aber der Finanzminister, er möchte hier nicht vorgreifen. Fahrverbote, wie sie in Deutschland vermehrt kommen, lehnt Hofer nach wie vor ab. Dass Diesel günstiger besteuert ist als Benzin, sieht der Verkehrsminister nicht als Privileg, daher solle sich daran auch nichts ändern.

Zum Verständnis: Die Mineralölsteuer auf Diesel ist um 8,5 Cent pro Liter niedriger als auf Benzin. Die Steuerbegünstigung für Dieselfahrer betrug laut VCÖ im Vorjahr 710 Mio. Euro. Profitiert hätten davon insbesondere Frächter und Fahrer großer Autos. Während nur 13 Prozent der seit dem Jahr 2010 in Österreich neuzugelassenen Kleinwagen mit Diesel fahren, tanken 87 Prozent der Modelle der Oberklasse Dieseltreibstoff.

Rabattschlacht soll anhalten

Laut dem deutschen Branchenexperten Ferdinand Dudenhöffer wird die Rabattschlacht der Autohändler heuer weiter gehen. Zum Jahresschnitt habe es in Deutschland einen durchschnittlichen Nachlass von 19 Prozent gegeben, rechnete er kürzlich vor. Viele Händler hätten gebrauchte Dieselautos nur mit hohen Verlusten und Neuwagen nur mit Unterstützungsaktionen verkauft.

 

 

(APA)