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Mark Zuckerberg erklärt das Facebook-Prinzip

REUTERS
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In wenigen Wochen feiert Facebook 15-jähriges Bestehen. Nach einem turbulenten Jahr verteidigt er das Geschäftsmodell und betont erneut, dass Facebook keine Nutzerdaten verkauft.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat Vorwürfe, das Netzwerk würde Daten seiner Nutzer verkaufen, erneut zurückgewiesen. Auch wenn das oft berichtet werde - "wir verkaufen die Daten der Menschen nicht", schrieb der Gründer des Netzwerks in einem Beitrag, den am Donnerstag unter anderem das "Wall Street Journal", "Le Monde" und "Die Zeit" abdruckten.

Als er vor 15 Jahren Facebook gründete, sei es nicht seine Intention gewesen, ein globales Unternehmen aufzubauen. "Damals stellte ich fest, dass man im Internet fast alles finden konnte – Musik, Bücher, Informationen. Das Wichtigste suchte man allerdings vergeblich: Menschen". Das hätte er ändern wollen.

1,3 Milliarden täglich aktive Facebook-Nutzer zählt das Unternehmen mittlerweile. Die Nutzung ist klar, das Geschäftsmodell dahinter nach wie vor nicht, glaubt Zuckerberg. Nur durch Werbung sei es möglich, Facebook werbefrei anbieten zu können.

"Wir hören von Menschen immer wieder, dass sie sich Anzeigen wünschen, die für sie relevant sind. Folglich müssen wir verstehen, woran sie interessiert sind."

Mark Zuckerberg

Basierend auf dem Nutzerverhalten wird Werbetreibenden "der Service geboten, für ihre Zielgruppe kostenpflichtige Anzeigen zu schalten". Es stehe jedem Nutzer frei, sich in den "Seiteninfos" auf seinem eigenen Profil über die Werbetreibenden zu informieren. "Man kann beliebigen Werbetreibenden untersagen, Werbung zu schalten, herausfinden, warum eine Anzeige ausgespielt wurde, und die eigenen Einstellungen anpassen, um Werbung zu erhalten, die man interessant findet."

"Wir verkaufen keine persönlichen Daten", betont Zuckerberg in dem Gastbeitrag. Das würde nicht nur das Vertrauen in Facebook untergraben, sondern auch den Geschäftsinteressen des Konzerns widersprechen, erklärt er. Wenn Facebook sich an alle Menschen richten wolle, brauche es auch einen Dienst, den sich alle leisten könnten, schrieb der Firmengründer weiter. Deshalb sei Facebook kostenlos und deshalb setze das Unternehmen unter anderem auf gezielte Werbung für seine Nutzer zur Finanzierung seines Angebots. Um Werbung interessanter und wichtiger zu machen, "müssen wir ihre Interessen verstehen", schrieb Zuckerberg.

2018 war für Facebook ein schwieriges Jahr

Das passiere, indem Facebook auswerte, auf welche Seiten die Nutzer klickten und welche Informationen sie über sich teilten, erklärte Zuckerberg das "Wirtschaftsmodell" seines Konzerns. "Deshalb denken Menschen manchmal, dass wir Dinge tun, die wir nicht tun." Denn sollte Facebook wirklich die Daten seiner Nutzer verkaufen, könnten Konkurrenten sie für eigene Werbezwecke nutzen.

Facebook blickt auf ein turbulentes Jahr zurück. Immer wieder wurden dem Netzwerk Datenschutzverstöße und eine Missachtung der Privatsphäre vorgeworfen. Die US-Geheimdienste gehen außerdem davon aus, dass Russland eine koordinierte Manipulationskampagne zur Beeinflussung der US-Präsidentschaftswahl 2016 führte - auch über die sozialen Netzwerke. Facebook geht nach eigenen Angaben inzwischen verstärkt gegen Manipulationsversuche vor.

Den Vorwurf, dass Facebook diese polarisierenden, falschen und teils gefährlichen Inhalte absichtlich auf der Plattform lässt, um die Verweildauer zu erhöhen, weist der Facebook-Chef von sich. Grund dafür, dass sie so lange online bleiben, sei Schuld der Mitarbeiter und der Künstlichen-Intelligenz-Systeme: "Die Mitarbeiter und KI-Systeme, die sie überprüfen, sind nicht perfekt".

>>> Zeit.de

>>> "The Facts about Facebook" - Kommentar in Originalsprache

(bagre/APA/DPA)