Flugzeugabsturz: Boeing räumt Softwareproblem ein

Bei dem Absturz der Maschine von Ethiopian Airlines kamen mehr als 150 Menschen ums Leben.APA/AFP/MICHAEL TEWELDE

Nach zwei schweren Flugzeugunglücken kündigt der US-Flugzeughersteller an, die Software der betroffenen Modelle 737 Max zu aktualisieren.

Der US-Flugzeughersteller Boeing hat ein Softwareproblem bei Maschinen des Typs 737 Max eingeräumt, nachdem am Sonntag zum zweiten Mal innerhalb von wenigen Monaten eine fast fabrikneue Maschine dieser Art in Äthiopien abgestürzt ist. Dabei verunglückten auch drei Österreicher, die auf die Insel Sansibar auf Urlaub fliegen wollten. Man arbeite an einer "Verbesserung der Software", teilte Boeing nun am Montagabend (Ortszeit) mit.

Das Software-Update solle "in den nächsten Wochen" in der 737-Max-Flotte erfolgen. Boeing verwies darauf, dass die US-Luftsicherheitsbehörde FAA die Änderung des Computerprogramms erst bis April erwarte. Konkret geht es um ein Programm zur Fluglagestabilisierung (MCAS), bei dem es durch falsche Sensordaten zu Problemen kommen kann. Boeing betonte, dass die Piloten "immer in der Lage sind, die Flugkontrolle manuell außer Kraft zu setzen". Die 737 Max sei "ein sicheres Flugzeug".

Die US-Luftfahrtbehörde FAA hatte Boeing zuvor zu Software- und Systemänderungen aufgefordert. Die Behörde ordnete aber nicht an, dass alle Maschinen des Typs vorerst am Boden bleiben müsse. Einige Länder, darunter China, hatten nach dem Unglück ein vorübergehendes Startverbot für die 737 Max 8 ausgesprochen.

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Piloten konnten mit Software nicht umgehen

Die FAA teilte mit, eigenes Personal und Mitarbeiter der US-Transportsicherheitsbehörde NTSB seien nach Äthiopien entsandt worden, um die äthiopischen Behörden bei der Suche nach der Unglücksursache zu unterstützen. "Alle Daten werden während dieser Untersuchung sorgfältig geprüft und die FAA wird geeignete Maßnahmen ergreifen, wenn die Daten darauf hindeuten, dass dies erforderlich ist."

Der deutsche Luftfahrtexperte Heinrich Großbongardt hatte bereits am Montag in einem ORF-Interview den Verdacht geäußert, dass ein Softwareproblem an den Abstürzen schuld sei. Bei den Unglücken seien Ähnlichkeiten aufgefallen, "die ins Auge stechen". Die Software dürfte kurz nach dem Start ohne sichtbaren Grund eingegriffen und die Nase der Maschine nach unten gedrückt haben.

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Denn in den neuen Typus Boeing 737 Max wurde eine zusätzliche Software eingebaut, die dafür sorgt, dass die Flugzeugnase nicht zu hoch genommen wird. Diese dürfte sich eingeschaltet haben, obwohl der Flieger im Steigflug war. Die Piloten hätten "ziemlich verzweifelt versucht", die Nase nach oben zu nehmen. Und als diese wieder nach oben ging, habe die Software wieder eingegriffen und diese runtergedrückt. "Was sie (die Piloten, Anm.) nicht getan haben, was relativ einfach ist, diese Software, dieses System, einfach zu deaktivieren", meinte Großbongardt. "Das ist relativ einfach, das ist mehr oder weniger ein Knopfdruck."

Absturz an der Börse

Die Aktien von Boeing büßten am Montag zum Börsenstart bis zu knapp 13,5 Prozent ein. Das bedeutete laut der Nachrichtenagentur Bloomberg den größten Tagesverlust im Handelsverlauf seit den Terroranschlägen in New York am 11. September 2001. Im Verlauf erholte sich die Aktie und schloss 5,4 Prozent im Minus.

(APA)