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Vier-Tage-Woche: Warum der Mittwoch der bessere freie Tag ist

Immer mehr Unternehmen testen die Vier-Tage-Woche
Immer mehr Unternehmen testen die Vier-Tage-Woche(c) Clemens Fabry
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Ein australisches Unternehmen hat erfolgreich die Vier-Tage-Woche eingeführt. Im Gegensatz zu vielen anderen Firmen wurde der  Mittwoch als freier Tag ausgewählt.

In Australien hat die digitale Marketingagentur Versa eine Viertage-Woche eingeführt, berichtet BBC Capital. Soweit nicht ungewöhnlich, probieren doch immer mehr Unternehmen ihre Arbeitszeit auf weniger Tage zu verteilen. Im Gegensatz zu vielen anderen Firmen hat sich Versa für einen freien Mittwoch entschieden.

Die Umsätze sind um 46 Prozent gestiegen, der Gewinn hat sich fast verdreifacht, erzählt CEO und Unternehmensgründerin Kath Blackham. Dabei hatte sie erst ihr Führungsteam von dieser Idee überzeugen müssen. „Wenn ich in dieser Branche, die bekannt für extralange Arbeitszeiten ist, das umsetzen möchte, muss man etwas sehr Innovatives probieren“, erzählt die Mutter zweier kleinen Kinder.

Das sei ihr gelungen, indem sie mit dem freien Mittwoch zwei Mal das produktive Montagsgefühl geschaffen habe, sagt Blackham. Es war ihr wichtiger, die Woche in zwei Mini-Wochen zu teilen als ein langes Wochenende zu erzeugen. Die Mitarbeiter ihren freien Tag selbst wählen zu lassen, kam für die Unternehmerin nicht in Frage. „Da wäre für Kollegen und unseren Kunden nicht klar gewesen, wer wann frei hat“, sagte die Unternehmerin.

Zug der Zeit

Für Jarrod Haar, Professor für Personalmanagment an der Technischen Universität in Auckland, kommt es nicht überraschend, dass sich der Mittwoch als freier Tag bewährt hat. „Für den Arbeitgeber gibt es mehr für das gleiche Geld“, sagt er. Und die Belegschaft kommt durch den freien Mittwoch am Donnerstag erholt zurück. Haar hat auch eine neuseeländische Immobilienfirma unter die Lupe genommen, die ebenfalls in die Schlagzeilen kam, weil sie erfolgreiche eine Vier-Tage-Woche implementierte. Krankenstände gingen zurück, die Mitarbeiter waren motivierter, jedoch verlor Perpetual Guardian einige Leute, die nicht flexibel genug waren, ihre Arbeit in vier Tagen zu erledigen.

Für Andrew Barnes, den CEO der Firma, war die Vier-Tage-Woche absehbar. Hatte doch John Maynard Keynes schon vor fast 100 Jahren vorausgesagt, dass es irgendwann eine 15-Stunden-Woche geben werde. Dennoch muss auch trotz einer Vier-Tage-Woche die Flexibilität erhalten bleiben. Blackham von Versa und ihre Projektmanagerin Tiffany Schrauwen mussten über die Osterfeiertage wichtige Kundenprojekte weiterbringen. Ebenso wichtig ist auch die Zustimmung anderer Unternehmen, sind die Firmen mit einer Vier-Tage doch nicht ständig erreichbar.

Barnes meint, dass mit neuen Plänen bei der Arbeitszeitgestaltung einer Vielzahl von sozialen Herausforderungen begegnet werden kann. Was bedeute weniger Mitarbeiterstress für die Gesundheitsbudgets, was bringe es in der Erziehung, wenn Eltern mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen können und was heiße es, wenn wir nicht Tag für Tag Stoßstange an Stoßstange im Stau stecken, fragt der Unternehmenschef.

>>> Artikel in BBC Capital

(herbas)