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Die SPÖ setzt auf Altbewährte(s)

SPÖ-Chefin Pamela Rendi- Wagner will Bundeskanzlerin werden – aber nicht mithilfe der FPÖ.
SPÖ-Chefin Pamela Rendi- Wagner will Bundeskanzlerin werden – aber nicht mithilfe der FPÖ.APA/HERBERT NEUBAUER
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Quereinsteiger fehlen auf der Kandidatenliste. Die Kampagne dürfte der bekannte Werber Luigi Schober gestalten.

Wien. Die Grünen haben eine Reihe von prominenten Quereinsteigern auf ihre Kandidatenliste gesetzt, die Neos werden noch einen „Joker“ als Überraschungskandidaten präsentieren, die ÖVP ist beim letzten Mal mit Promis auf ihrer Liste gut gefahren. Und die SPÖ? Die setzt diesmal auf altbewährte Kräfte. Sowohl auf der Bundesliste, die am Mittwoch vom Parteipräsidium vorgeschlagen und am Samstag endgültig fixiert werden soll, als auch auf den Landeslisten fehlen Quereinsteiger vollkommen.

„Uns ist es wichtig, dass die Listen ein Spiegelbild der Gesellschaft sind“, sagt Bundesgeschäftsführer Thomas Drozda, selbst Nummer vier der Bundesliste. Gleich viele Frauen wie Männer, alle Altersgruppen und die unterschiedlichsten beruflichen Qualifikationen seien da vertreten. „Es geht um repräsentativ, nicht um neu.“ Dem vorausgegangen seien viele Diskussionen und schlaflose Nächte, die Abstimmung im Präsidium sei dann aber letztlich einstimmig ausgefallen.

 

Rendi-Wagner auf Platz eins

Angeführt wird die Liste erwartungsgemäß von Parteichefin Pamela Rendi-Wagner, gefolgt vom Gewerkschafter Rainer Wimmer und der Zweiten Nationalratspräsidentin, Doris Bures. Neu auf der Liste, wenn auch nicht in der Politik, ist die Chefin der Jungsozialisten, Julia Herr, die auf Platz sieben mit einem Fixmandat rechnen kann. Auf einem Kampfmandat sitzen dagegen die frühere Staatssekretärin Muna Duzdar und die stellvertretende Bundesgeschäftsführerin Andrea Brunner.

Noch schlechter gereiht: Elisabeth Feichtinger, Bürgermeisterin von Altmünster und bei der letzten Wahl von Parteichef Christian Kern auf einen sicheren Listenplatz gesetzt, sowie ÖGB-Frauenchefin Korinna Schumann. Beide haben nur dann eine Chance auf ein Mandat, wenn die SPÖ in die Regierung kommt.

Genau das ist auch das Ziel bei dieser Wahl. Ob Pamela Rendi-Wagner den Kanzleranspruch stellt? „Ich stelle den Kanzlerinnenanspruch“, sagt sie bei der Pressekonferenz nach dem Parteipräsidium. Dass die SPÖ in den Umfragen weit zurückliegt, sieht sie nicht als Hindernis. Gerade die letzten Wochen hätten gezeigt, wie vieles in kürzester Zeit in Bewegung kommen könne. Und dass etwas für unmöglich gehalten werde, habe sie in ihrem Berufsleben schon sehr oft erlebt.

Die passende Kampagne dafür soll laut „Presse“-Informationen der Werber Luigi Schober gestalten. Kolportierter Slogan: „Menschlichkeit gewinnt“. Die SPÖ hatte mehrere Agenturen zur Präsentation geladen, entschied sich dann letztlich für jene von Schober. Dieser hat langjährige Erfahrung im Bereich politischer Werbung. Er war für die Bundespräsidenten Thomas Klestil und Heinz Fischer ebenso tätig wie für die Mitterlehner-ÖVP und die Gusenbauer-SPÖ. 2006 führte er diese überraschend zum Wahlsieg.

Rendi-Wagner präsentierte am Mittwoch auch jene Themen, auf die sich die SPÖ in ihrer Kampagne konzentrieren will. Wenig überraschend geht es da um Gesundheit, Bildung, leistbares Wohnen, Arbeitnehmerschutz und Klimaschutz. Letzterer sei auch ein zutiefst soziales Thema, denn sozial Schwache seien von den Auswirkungen des Klimawandels als Erste betroffen.

 

„Richtungsentscheidung“

Bei der Wahl am 29. September gehe es um eine Richtungsentscheidung, meinte die SPÖ-Chefin. Sie wolle den Weg fortsetzen, der seit der Abwahl des Kabinetts Kurz im Parlament gegangen worden sei. Mit Beschlüssen zur Pflegegelderhöhung, zur Karenzanrechnung oder zum Glyphosatverbot sei Politik für alle statt türkis-blauer Klientelpolitik gemacht worden; eine „Wohltat“, wie sie meinte.

Und auf eines legte sich Pamela Rendi-Wagner jetzt schon fest: Eine Koalition mit den Freiheitlichen werde es sicher nicht geben. (maf/oli/no)

Auf einen Blick

Die SPÖ-Bundesliste

1. Pamela Rendi-Wagner *
2. Rainer Wimmer
3. Doris Bures *
4. Thomas Drozda
5. Gabriele Heinisch-Hosek
6. Jörg Leichtfried *
7. Julia Herr
8. Josef Muchitsch *
9. Sonja Hammerschmid *
10. Mario Lindner
11. Muna Duzdar
12. Reinhold Einwallner *
13. Andrea Brunner
14. Peter Wittmann
15. Claudia O'Brien
16. Ahmed Husagić
17. Elisabeth Feichtinger

Rund sieben Kandidaten dürften über die Bundesliste ein den Nationalrat einziehen. Mit Asterisk gekennzeichnete Kandidaten stehen an aussichtsreicher Stelle auf einer Landes- oder Regionalliste.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.07.2019)