Ursula Stenzel bei Identitärenaufmarsch in Wien

Stenzel 2015.
Stenzel 2015.APA/HERBERT PFARRHOFER

Mit einem Fackelzug erinnerten die Identitären an die Schlacht am Kahlenberg von 1683. Mit dabei FPÖ-Politikerin Stenzel, die in einer Rede von der Wichtigkeit „dieses Geschichtsbewusstsein“ sprach.

Die FPÖ-Politikerin Ursula Stenzel hat am Samstagabend eine Rede beim Aufmarsch der rechtsextremen Identitären in Wien gehalten. Es ging dabei um die Erinnerung an das Ende der Zweiten Türkenbelagerung im Jahr 1683. Man habe "ein Zeichen gesetzt" und sie halte es "für wahnsinnig wichtig, dass besonders junge Leute dieses Geschichtsbewusstsein heute haben", sagte Stenzel, als es um „unser Gedenken der Abwehr des osmanischen Reichs und des Islam“ ging. Die frühere ÖVP-Europaabgeordnete und nunmehrige nicht amstführende Wiener Stadträtin verwies auch auf Aussagen des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, der die EU in der Flüchtlingsfrage "unter Druck setzt".

Ein Auftritt einer FPÖ-Politikerin vor Identitären drei Wochen vor der Nationalratswahl ist bemerkenswert, hat sich die FPÖ doch nach dem Christchurch-Attentat um eine strikte Abgrenzung und Distanzierung von der rechtsextremen Bewegung bemüht. Der damalige FPÖ-Vizechef Norbert Hofer betonte im April im Magazin "News" auf die Frage nach der Abgrenzung zu den Identitären, es sei "für mich unvorstellbar, dass jemand, der bei uns aktiv ist - egal auf welcher Ebene“. 2017 wurden bei eben diesem Fackelmarsch auch amtsbekannte Neonazis gesichtet. 

FPÖ hat damit „nichts zu tun"

Aus FPÖ-Kreisen hieß es am Samstagabend, die Partei habe mit der Veranstaltung "nichts zu tun". Dabei wurde auch in Zweifel gezogen, dass es sich um eine Identitären-Veranstaltung handle. Es fände nämlich jedes Jahr eine Gedenkveranstaltung zur Türkenbelagerung statt, und möglicherweise hätten sich neben Identitären auch Türken daran beteiligt, hieß es ironisch. Zudem wurde bestritten, dass Stenzel Stadträtin sei. Sie sei "ein einfaches Parteimitglied".

Ein Polizeisprecher teilte auf Anfrage mit, dass sich 200 bis 300 Personen an der Veranstaltung beteiligt hätten. An der Gegendemonstration hätten 80 Menschen teilgenommen. Nachdem sich die Demonstranten zunächst an der Mölker Bastei versammelt hatten, fand am späten Abend die Abschlusskundgebung am Karl-Lueger-Platz statt.

 

(APA/red.)