Wochenrückblick

Diese fünf Wirtschaftsgeschichten sollten Sie gelesen haben

++ HANDOUT ++ VIENNA FASHION WEEK.19: BIERLEIN / SCHMIDAUER ++ ACHTUNG SPERRFRIST BIS 11.09.19, 06:00 UHR, FREI FUeR MITTWOCHAUSGABEN ++
Kanzlerin Brigitte Bierlein (li.) und Präsidenten-Gattin Doris Schmidauer bei der Vienna Fashion Week.APA/ALEXANDER TUMA

Was uns die Bankenrettung wirklich gekostet hat, warum sich so viele als wirtschaftliche Opfer fühlen, warum den Beamten das Bewusstsein für Wettbewerb fehlt - und welchen Charme der neue Stillstand in diesem Land versprüht.

Da kommt nichts mehr. Der Wahlkampf erinnert ein wenig an einen Marathonlauf von Dilettanten. Viel zu wenig trainiert, ab Kilometer 10 Seitenstechen und jetzt sind wir gerade einmal bei der Hälfte. Irgendwie werden sie sich alle ins Ziel schleppen. Es gibt ja Zuschauer, die sich so was gerne anschauen. Dazu würde übrigens der Titel meines Wirtschaftsessays passen: „Herzlich Willkommen in unserer Opfergesellschaft.“ Tatsächlich beschäftige ich mich mit der Frage, warum so viele Menschen glauben, dass alles ungerechter, schlechter und schlimmer wird, obwohl es den meisten Menschen wirtschaftlich noch nie so gut gegangen ist.

Und es könnte uns noch viel besser gehen, hätten wir nicht so viele Milliarden in die Bankenrettung stecken müssen. Wie viel es uns Steuerzahler letzten Endes gekostet hat, hat Kollege Kamil Kowalcze analysiert. „Elf Milliarden an Steuern für Bankenrettung“ lautet der Titel seiner Geschichte.

Judith Hecht hat wieder einmal interviewt. Diesmal Theodor Thanner, den Chef des Bundeswettbewerbsbehörde. Und der ärgert sich vor allem über die Beamten in den verschiedenen Ministerien. „Den Beamten fehlt das Bewusstsein für Wettbewerb“, sagt er.

Marlies Eder, unsere Mandarin sprechende China-Expertin, hat sich ausnahmsweise nicht dem Handelskonflikt zwischen China und den USA gewidmet, sondern den chinesischen Restaurants in Österreich. „So soll Österreichs China-Küche gerettet werden“, schreibt sie. Denn die China-Köche haben ernsthafte Nachwuchssorgen.

Und schließlich hat sich Altmeister Josef Urschitz wieder dem Stillstand gewidmet. Er hat ja darüber einst ein ganzes Buch geschrieben - und allgemein waren alle seiner Meinung: Stillstand ist nicht gut. Doch seit wir eine sogenannte Übergangsregierung haben, scheint sich einiges geändert zu haben. „Der diskrete Charme des neuen Stillstands“, titelt Urschitz. Ja, das ist meistens so: die traurigsten Geschichten haben die schönsten Titel.

In diesem Sinne: Schönes Wochenende und viel Vergnügen beim Nachlesen dieser fünf Wirtschaftsgeschichten!