TV-Notiz

Filzmaiers Schlafplatz im "ZiB 2"-Studio, Pötzelsbergers Gitarre

Unter diesem Tisch befindet sich, viele haben es vermutet, der Schlafsack von Peter Filzmaier.
Unter diesem Tisch befindet sich, viele haben es vermutet, der Schlafsack von Peter Filzmaier.(c) Screenshot ORF

Dienstagnacht luden Grissemann und Stermann ORF-Interviewer Tobias Pötzelsberger in ihr Studio. Das Gespräch über Chefs und Liebesbriefe wurde anschließend von Peter Filzmaier analysiert. Sehr nett, das alles.

Das Prädikat "nett" ist wohl nicht immer jenes, das auf die Satiresendung "Willkommen Österreich" zutrifft. Gestern Abend allerdings starteten Grissemann und Stermann mit einer charmant-witzigen Ausgabe in den Herbst. Als erster Gast war „ZiB“-Moderator Tobias Pötzelsberger geladen, der noch einmal erklären durfte, wie er über das Ibiza-Video seinen Aufstieg schaffte. Und noch einmal zeigte, warum ihn irgendwie alle mögen. Er gab sich bescheiden und sympathisch; als "unschleimige Freundlichkeit" fasste Grissemann das zusammen. Und weil Pötzelsberger seit langem in einer Folk-Pop-Band spielt, wurde ihm die Gitarre gereicht und er gab ein sehr gefälliges Ständchen.

"Du wirst hetero- und homosexuelle Angebote bekommen", sagte Grissemann, bevor man eine Pötzelsbergerische Lächelparade zu sehen bekam. Und Grissemann und Stermann sich ihre Pötzelsberger-Lächelmaske vorhielten und nach seiner Fanpost fragten. Die Liebesbriefe würden sich sehr im Rahmen halten, meinte der Interviewer der "Sommergespräche".

Ein Lächeln, das Grissemann und Stermann auch gerne hätten. Behaupten sie.
Ein Lächeln, das Grissemann und Stermann auch gerne hätten. Behaupten sie.(c) Screenshot

"Was du nicht weißt: Unsere Sendung wurde von den Kollegen der ,ZiB 2‘ gerade angeschaut und ich würde nun gern zum Küniglberg schalten", unterbrach Stermann. Und genau das folgte: Armin Wolf befragte vor der üblichen Kulisse Peter Filzmaier, jenen Mann, der eine Sonderstellung in der Medienlandschaft einnimmt, was Sprachgeschwindigkeit und -richtigkeit betrifft und dabei auch seine Pointen nie vergisst. Kürzlich verriet der Politologe dem Magazin "Biber", dass er im Monat 250 Euro für journalistische Produkte ausgebe, sieben Bücher pro Monat lese und bei der Matura einen Notenschnitt von 1,0 hatte. Es dürfte niemand überraschen.

Filzmaier jedenfalls zeigte sich in seiner Analyse begeistert von Pötzelsberger: "Er war schlicht und einfach brillant, er hat perfekt den Übergang vom  seriösen Fach - also ihrem als Interviewer - ins seichte Fach als desjenigen, der antwortet, geschafft. Der Mann wäre bundeskanzlerfähig, schade, dass es für die Kandidatur zu spät ist." Die Moderatoren sah der Politologe differenzierter, Grissemann sei "schaum- oder schaumweingebremst" gewesen, Stermann dagegen, der doch eher den Ruf des Schläfers habe, sei neben Pötzelsberger der zweite Gewinner des Abends.

Wolf entließ den Polit-Kommentator damit aus dem Gespräch und in seinen Schlafkoje. "Vielen Dank für die gewohnt präzise Analyse, Herr Professor, sie können damit wie immer in ihren Schlafsack unter dem Moderationstisch," so Wolf. "Wenn Sie es sagen, Herr Wolf, Gute Nacht dann", gab Filzmaier zurück. Seine Analyse könnte man aber jedenfalls zerpflücken, da sie bei den Gewinnern des Abends doch unvollständig blieb. Filzmaier selbst, der einzige im Studio, der nie ein Sprechtraining hatte, gehört jedenfalls dazu.

P.S. Dass für die großartige Hazel Brugger, den zweiten Gast der Sendung, nur ein P.S. bleibt, ist eine Schande. Die als "böseste Frau der Schweiz" verschrieene Stand-Up-Comedian war übrigens auch nett. Zu Pötzelsberger meinte sie, dass ihr sein Lied "zu gut gefallen hat für einen Journalisten“.

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