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Bogotá: Bitte nicht jetzt klatschen!

Bogotá gilt als keine einfache Reisedestination, doch es tun sich Zeitfenster auf. Anlass gibt es genug: etwa ein alle zwei Jahre stattfindender internationaler Marathon klassischer Musik. Barocke Kirchen. Und präkolumbianisches Gold.

Im Wiener Musikleben gehört das Husten quasi zum guten Ton. Kaum ist die letzte Phrase verklungen, schon geht es los, die Menschen können nichts dafür, es ist ja oft so kalt in unseren Breiten. In Bogotá wird zwischen den Sätzen geklatscht, das ist das lateinamerikanische Temperament, erkältete Konzertbesucher scheint es nicht zu geben, kein Wunder bei dem tropischen Klima. Wer nach Kolumbien reist, dem ergeht es ähnlich wie einem, der eine Iran-Tour plant: „Muss das sein? Warum Kolumbien? Pass auf dich auf!“ Und wer dann noch in das Buch „Kulturschock Kolumbien“ schaut, dem vergeht jeder Gusto. Die Wirklichkeit sieht aber dann wie so oft anders aus.

Es ist weniger gefährlich als in vergangenen Zeiten. Die Millionenmetropole Bogotá war lang schwer zu erreichen, sie liegt in einer Senke, umgeben von hohen Bergen. Erst durch den Flugverkehr wurde sie leicht zugänglich, sie wächst rasch. Bogotá ist eine grüne Stadt. Allein der Botanische Garten hat fast 20 Hektar, eine Oase, durchzogen von Wasserläufen und Wasserfällen, über denen Kolibris tanzen. Hier wächst üppig, was Hobbygärtner zu Hause oft vergeblich zu ziehen versuchen: Orchideen, Hibiskus, Calla, Oleander. Einen Park hat auch die Quinta des Nationalhelden und Unabhängigkeitskämpfers Simón Bolívar.