Archivbild: Die Salzburger Getreidegasse
Analyse

Die fünf touristischen Probleme Salzburgs - trotz (oder wegen) der Kür durch "Lonely Planet“

Die Auszeichnung als „Top-Stadt“ durch den internationalen Reisebuchverlag „Lonely Planet“ stößt in Salzburg nicht nur auf Freude. Böse Worte wie „Crowded City“ und „Overtourism“ machen die Runde.

Das 100-Jahr-Jubiläum der Salzburger Festspiele wirft touristisch schon lange Schatten voraus: Der internationale Reiseverlag „Lonely Planet“ hat das bevorstehende Jubiläum zum Anlass genommen, um die „bildhübsche Alpenstadt“ zum angesagtesten Reiseziel 2020 zu küren. Im neuen Buch „Lonely Planets Best in Travel 2020“ findet sich die Stadt Salzburg auf Platz eins der besten Reisestädte für das kommende Jahr. Noch vor Washington DC, Kairo, dem irischen Galway und der deutschen Stadt Bonn.

Eine Auszeichnung, die Salzburgs Bürgermeister Harald Preuner (ÖVP) und Tourismuschef Bert Brugger ins Schwärmen geraten lässt. Doch die Reiseempfehlung kommt in einer Zeit, in der Salzburg von einem Nächtigungsrekord zum nächsten jagt und das Schlagwort vom „Over-Tourism“ die Runde macht. Längst sind es nicht mehr nur die Busreisegruppen, die für Unbehagen mit der touristischen Entwicklung der Stadt Salzburg sorgen.

Prompt kritisierte die Bürgerliste, dass die Stadt Salzburg schon lange kein „Lonely Planet“, sondern eine „Crowded City“ sei. Für die Bewohner der Stadt habe der Massentourismus längst das erträgliche Maß überschritten, fordern die Grünen eine Kehrtwende und eine Abkehr vom Wachstumskurs. Wo liegen nun die Probleme, die der stetig wachsende Tourismus in der Mozartstadt mit sich bringt?