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Randerscheinung

Netto-­Ferien-Lehre

(c) Carolina Frank

Mit den Herbstferien kennt sich ja sowieso keiner aus. Der Jüngste auch nicht.

Mit den Herbstferien kennt sich ja sowieso keiner aus. Der Jüngste auch nicht. „Wann hab ich jetzt da frei?", fragt er mich kurz vor dem Nationalfeiertag . Und spontan kann ich es ihm wieder nicht sagen. Wir konsultieren also zusammen den Snoopy-Familienkalender, und ich zeige es ihm dort mit dem Finger: „Da, von Mittwoch bis Sonntag, hast du frei", sage ich. Und er sagt: „Aber das ist ja urwenig und auch nicht richtig frei, weil am Wochenende ist ja sowieso keine Schule." Mein kleiner Sohn ist nämlich Begründer, Apologet und einziger Anhänger der Netto-­Ferien-Lehre. Er findet, man müsste die Wochenenden aus allen Ferien he­­rausrechnen und dann am Ferienende als zusätzliche freie Tage anhängen, weil die Samstage und Sonntage ja sowieso frei wären, also die Ferienzeit verkürzten.

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob er sich mit dieser Sichtweise dauerhaft durchsetzen wird, aber den Gedanken an sich finde ich anerkennenswert. Am freien Donnerstag ist jedenfalls Halloween, was ja auf der Lieblingsfest-Liste des Jüngsten inzwischen auf Platz zwei nach Weihnachten, aber noch vor Geburtstag und Ostern rangiert. Theoretisch mag ich Halloween auch, sowohl die Kürbisse als auch den Gruselteil. Und natürlich gönne ich ihm das Zuckerlsammeln im Dunkeln von Herzen, mir ist es aber wirklich unangenehm, ihn zu begleiten und an fremden Türen zu läuten, um nach Süßigkeiten zu fragen. Ein Glück, dass sich inzwischen schon viele Türen von fast ganz allein auftun. „Und da ist dann schon Advent", sagt der Jüngste, der inzwischen im Kalender den November überblättert hat. Ja, und dann Weihnachten. Kommt wie jedes Jahr ein bisserl gar schnell, aber da ist wenigstens klar, wann die Ferien sind. Also brutto, mit den Wochen­enden drinnen.