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Sparkurs

SPÖ kündigt Mitarbeiter, lässt sie aber "nicht im Stich"

SPÖ-Bundesgeschäftsführer Christian Deutsch
SPÖ-Bundesgeschäftsführer Christian DeutschAPA/HELMUT FOHRINGER

Bundesgeschäftsführer Christian Deutsch führt Gespräche mit gekündigten SPÖ-Mitarbeitern. Aus Wien, Niederösterreich, dem Burgenland, Oberösterreich und Kärnten kommen Ideen - und Angebote.

Die SPÖ hat sich einen Sparkurs verordnet - bis 2025 will die Partei schuldenfrei sein. Um dieses Ziel erreichen zu können, sollen auch Kündigungen vorgenommen werden. Bis zu 27 Mitarbeiter, so wurde in der Vorwoche bekanntgebenden, sollen ihren Job verlieren. Allerdings: Die SPÖ will diese nicht im Regen stehen lassen. Sowohl Bundesparteichefin Pamela Rendi-Wagner als auch Bundesgeschäftsführer Christian Deutsch bekundeten, ihnen gingen diese Schritte sehr nahe, daher solle mit jedem Betroffenen eine „individuelle Lösung“ gesucht und gefunden werden.

Und das ab sofort: Heute, Montag, Nachmittag wird Deutsch mit den ersten Gesprächen beginnen, verlautete am Vormittag aus der SPÖ. „Wir lassen in dieser schwierigen Situation niemanden im Stich. Klar ist, dass wir uns um jeden Mitarbeiter kümmern“, betonte der rote Kommunikationschef Stefan Hirsch. „Ziel ist, dass wir jedem ein Arbeitsplatzangebot machen können.“ 

Finanzierungsvorschlag bis 9. Dezember

Bei einem Gespräch im Wiener Rathaus ist von einigen Landesorganisationen bereits am vergangenen Freitag Unterstützung zugesagt worden. Angebote gibt es in der Zwischenzeit etwa schon aus Wien, Niederösterreich und dem Burgenland. Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser hat unterdessen zur Unterbringung der Mitarbeiter eine Koordinationsstelle der Bundesländer in der Bundesparteizentrale vorgeschlagen, die dann auch von den Landesorganisationen mitfinanziert werden könnte. Einen entsprechenden Vorschlag will er in den SPÖ-Gremiensitzungen am 9. Dezember einbringen, bei denen das angekündigte Sparpaket beschlossen werden soll.

„Die SPÖ Oberösterreich steht geschlossen hinter Pamela Rendi-Wagner“, versicherte indes Landesparteichefin Birgit Gerstorfer nach der Sitzung des Landesparteivorstands Montagvormittag - und machte ihrerseits den von Kündigungen bedrohten Mitarbeitern in Wien ein Angebot: Derzeit sei in der Bezirksstelle Vöcklabruck ein Leiterposten ausgeschrieben, meinte die Landesparteichefin. Rendi-Wagner ergänzte, Ziel sei, dass „alle 23 Betroffenen mit Ende der Vorwarnfrist am 27. Dezember untergebracht sind". Derzeit würden in der Parteizentrale alle Hilfsangebote der Landesorganisation gesammelt. Sie verwies nochmals auf die „schwierige und schmerzliche Situation" der SPÖ: „Es geht um die Rettung der Partei", damit dies gelinge sei „Kontinuität" wichtig, hielt sie an Deutsch als Bundesgeschäftsführer fest.

Aufgrund der prekären finanziellen Situation mit Schulden von fast 15 Millionen Euro hat die SPÖ vorige Woche vorsorglich 27 Mitarbeiter beim AMS zur Kündigung angemeldet. 23 der Betroffenen haben dann per E-Mail die Verständigung über ihre bevorstehende Kündigung erhalten, was auch innerhalb der SPÖ für heftige Kritik gesorgt hatte.

(APA/Red.)