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Vatikan

Franziskus nach Eklat um Zölibatsdebatte unbesorgt

Papst Franziskus will keinen öffentlichen Streit mit seinem Vorgänger austragen.REUTERS
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Der Papst habe die „Initiative einiger um Kardinal Robert Sarah versammelter Purpurträger nicht ernst genommen“, heißt es in einem Artikel der Zeitung „La Repubblica“. Ex-Papst Benedikt hatte darin ein Festhalten am Zölibat gefordert.

Papst Franziskus zeigt sich über die Polemik um die Zölibatsdebatte nach der Erscheinung des Buchs "Des profondeurs de nos coeurs" (Aus der Tiefe unseres Herzens) unbesorgt. In einer Organisation mit hunderten Millionen Personen wie der katholischen Kirche gebe es immer jemanden, der mit etwas nicht einverstanden sei, sagte der Papst laut Eugenio Scalfari, Ex-Chefredakteur von "La Repubblica".

"Benedikt hat Franziskus all seine Solidarität ausgedrückt. Der Papst hat die Initiative einiger um Kardinal Robert Sarah versammelter Purpurträger nicht ernst genommen", schrieb Scalfari, der in den vergangenen Jahren schon öfters Franziskus interviewt hat. Josef Ratzinger habe Franziskus all seine Nähe ausgedrückt. Diese "freundschaftliche, ja sogar brüderliche Geste" habe der Papst angenommen, schrieb Scalfari in dem von "La Repubblica“ am Donnerstag veröffentlichten Artikel.

Das umstrittene Buch mit einem Beitrag von Ex-Papst Benedikt zum Zölibat ist am Mittwoch in Frankreich ohne angeforderte Änderungen erschienen. Benedikt XVI. wird dabei mit dem konservativen Kardinal Robert Sarah als Co-Autor angeführt, auch ist ein Bild von ihm auf dem Cover abgedruckt. Am Vortag hatte Benedikts Privatsekretär Georg Gänswein gefordert, dass der Verlag das Cover ändere, weil der emeritierte Papst einer Mitherausgeberschaft nicht zugestimmt habe. Der 92-Jährige solle dabei nicht mehr als Co-Autor auftreten, und sein Bild solle entfernt werden.

(APA)