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Voest setzt ab März auf Kurzarbeit

In Kindberg wären davon 950 Mitarbeiter betroffen.
In Kindberg wären davon 950 Mitarbeiter betroffen.APA/HANS KLAUS TECHT
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In Kindberg wären davon 950 Mitarbeiter betroffen.

Linz/Kindberg. Die Voestalpine Tubulars in Kindberg plant Kurzarbeit für bis zu 950 Mitarbeitern von 1100. Seit 2018 ist das Werk massiv von den US-Strafzöllen auf Stahl- und Aluminiumprodukte betroffen. Die Anmeldung zur Kurzarbeit ab März solle helfen, das aktuell schwierige wirtschaftliche Umfeld zu überbrücken, teilte der Stahlkonzern am Freitag mit. Bereits im September 2019 wurde von Vier- auf Dreischichtbetrieb umgestellt.

Damit steigen die Kurzarbeitszahlen in Österreich kräftig an. Per Ende Jänner waren in Österreich 1.744 Beschäftigte in Kurzarbeit. Ende Oktober waren es noch 1.229 Personen. Bei Kurzarbeit reduzieren Unternehmen die Arbeitszeit ihrer Beschäftigten – eine Maßnahme, die auf wirtschaftliche Krisenzeiten, etwa einen Auftragseinbruch, und zunächst auf eine Dauer von sechs Monaten beschränkt ist. Danach könnte bei Bedarf um ein halbes Jahr verlängert werden. Der aliquote Lohnverlust kann durch Förderungen durch das Arbeitsmarktservice (AMS) teilweise aufgefangen werden.

Voestalpine Tubulars – ein Joint Venture zwischen der Voestalpine und dem amerikanischen Konzern NOV Grant Prideco – stellt im obersteirischen Mürztal höchstbelastbare Nahtlosrohre für die weltweite Öl- und Gasindustrie her. Das Problem der US-Zölle auf europäische Stahl- und Aluminiumimporte in Höhe von 25 Prozent konnte den Konzernangaben zufolge bisher nicht durch die Erlangung von Ausnahmegenehmigungen gelöst werden. Darüber hinaus macht der niedrige Ölpreis zu schaffen, was zu einem starken Rückgang des Bedarfs an Rohren für Öl- und Gasfelder in Nordamerika geführt habe. Die Marktsituation hat sich „nochmals deutlich verschlechtert“.

Voest hat eine Exportquote von mehr als 95 Prozent. Der wichtigste Absatzmarkt sind die USA. (APA/mad.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.02.2020)