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Alltägliche Diskriminierung

Stereotype am Arbeitsplatz: „Die hat wohl ihre Tage!“

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Sie meinen es doch nicht böse. Die witzige Bemerkung, der kleine Scherz sind doch nur Spaß. Tatsächlich zementieren sie Stereotype, die gar nicht lustig sind.

„Toll, wie Sie das machen – in Ihrem Alter!“ „Dein Deutsch ist echt super!“ „Die hat wohl ihre Tage!“ Drei Aussagen, eine Botschaft: Du bist anders. Du bist alt/Ausländer/Frau, du gehörst nicht zur herrschenden Klasse. Ja, das tut weh. Obwohl es doch gar nicht, nein, ganz sicher nicht böse gemeint ist.

Das Gemeine an dieser alltäglichen Diskriminierung ist, dass sie eine stacheldrahtgespickte Trennlinie zwischen einer In-Gruppe und einer Out-Gruppe zieht. Der Sprecher empfindet sich als „drinnen“, er teilt Merkmale und Ansichten mit der privilegierten Gruppe. Er fühlt sich „größer“. Von dieser (vermeintlich) höheren Position spricht er zum anderen „herab“. Dieser gehört nicht zur In-Gruppe, steht also „tiefer“.