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Kosmetik

Jeder zweite Lippenstift mit Schadstoffen

Selbst Naturkosmetika überzeugten die Konsumentenschützer nicht völlig.
Selbst Naturkosmetika überzeugten die Konsumentenschützer nicht völlig.
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Ein „Konsument"-Test hat bei sieben von 13 Lippenstiften Schadstoffe entdeckt - und sogar Naturkosmetika enttäuschten.

Pro Jahr verbrauchen Frauen sage und schreibe das Äquivalent von vier ganzen Stiften, wenn sie sich regelmäßig die Lippen schminken. Allein deshalb sollten problematische Substanzen in den Stiften eigentlich gar nichts verloren haben. Die Realität sieht anders aus, wie ein neuer Test des österreichischen Magazins „Konsument“ ergeben hat.

Getestet wurde rote Lippenfarbe, darunter fünf Naturkosmetika. "Kein einziger Lippenstift konnte uneingeschränkt überzeugen", sagen die Experten vom Verein für Konsumenteninformation (VKI). Bei einigen Produkten fühlte sich das Produkt auf den Lippen nicht gut an, bei anderen ließen Haltbarkeit über den Tag oder die Konsistenz zu wünschen übrig, und fast kein Stift schützte genügend vor Austrocknung.

Testsieger wurde "Lipstick" von PuroBio gekürt - er ist so gut wie frei von bedenklichen Substanzen. Dass es nicht zu einer sehr guten Bewertung reichte, lag an der Kritik von Testerinnen am Hautgefühl. Ebenfalls empfehlenswert seien die Produkte von Chanel, Zao und Dr. Hauschka sowie mit Abstrichen die Lippenstifte von Sante und So'bio etic.

„Naturkosmetik"-Stift mit Mineralöl-Kohlenwasserstoffen

Sieben Stifte erhielten wegen „problematischer" Inhaltstoffe die Note „weniger zufriedenstellend" bzw. fielen komplett durch. Darunter war auch ein Erzeugnis mit Naturkosmetik-Label, in dem dennoch aromatische Mineralöl-Kohlenwasserstoffe (MOAH) nachgewiesen wurden.

Auf zehn Produkten war in der Liste der Inhaltstoffe Titandioxid enthalten, eine umstrittene Substanz, die möglicherweise krebserregend ist. Klarheit verschafft das allerdings nicht: Laut Kosmetikverordnung dürfen die Hersteller bei Lippenstiften, die es in mehreren Farben gibt, alle in der Palette verwendeten Farbstoffe aufführen. Das Titandioxid könnte also auch in einem Produkt mit anderer Farbe stecken. Für VKI-Kosmetikexpertin Birgit Schiller ein Unding: "Diese Regelung nutzt allein den Herstellern. Als Verbraucherin weiß man nicht, ob die Substanzen enthalten sind oder nicht." Kritisiert wurde weiters der Einsatz von hormonwirksamen Substanzen in vier Produkten. Außerdem wurden recht häufig Duftstoffe festgestellt, die Allergien auslösen können.

(apa/red.)