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Mindset

Fehlschüsse? Mach einen Blick nach vorne

Inspiration für Millennials #31. Mit Young Science-Botschafter Gerhard Furtmüller die eigene Persönlichkeit entwickeln. Diesmal: Wie lange ärgerst Du Dich nach Fehlleistungen?

In der letzten Kolumne habe ich erklärt, wie Du nicht trotz, sondern vor allem wegen Deiner Fehlleistungen Stärke entwickeln kannst. Heute zeige ich Dir, wie wichtig dabei der Blick nach vorne ist.

Die Perfektion in Person?

Ole Einar Bjørndalen gilt mit 94 Einzelweltcupsiegen als einer der erfolgreichsten Biathleten der Geschichte. Kein anderer Athlet fuhr mehr Siege im Weltcup ein als er – was nun leicht zu dem Gedanken verleiten könnte, Ole Einar sei schier die „Perfektion in Person“.

Dinge, die unrund laufen

Doch weit gefehlt! Der Biathlet sagt selbst über sich, dass er in seiner Karriere vielleicht zwei oder drei perfekte Rennen ins Ziel gebracht hat. In nahezu allen Rennen sind demnach die Dinge nicht so rund gelaufen – auch wenn das für den Zuschauer am Rand oder vor dem Fernseher vielleicht gar nicht so offensichtlich war.

Fehlschüsse

Beim Biathlon, das aus den Disziplinen Langlauf und Schießen besteht, ist die Perfektion eine besondere Herausforderung. Bei diesem Sport ist nämlich nach einer schnellen Langlaufleistung in der Loipe beim anschließenden Schießen ein ruhiger Pulsschlag gefordert, um mit dem Gewehr die Zielscheibe zu treffen. Wem das nicht gelingt, fährt Fehlschüsse ein!

Pixabay

Aus dem Tritt kommen

Wenn nun ein Biathlet nach anstrengenden Kilometern das erste Mal zum Schießen kommt und er in der ersten Runde verschießt, dann ist das ein großes Malheur. Denn je nach Rennmodus wird ihm entweder eine Zeitstrafe oder eine Extrarunde aufgebrummt. Damit kann das Rennen verloren sein!

Ärgere Dich, aber nur kurz!

Natürlich ärgert man sich in einer solchen Situation – schließlich hat man eine wertvolle Chance zum Sieg vertan. Dieser Frustmoment darf aber nur einen kurzen Moment andauern, denn die nächste Chance kann schon bald wiederkommen. Daher gilt für die deutschen Biathleten die Regel, dass sie sich maximal zwei Sekunden ärgern dürfen.

Dennoch ist wichtig, dem Ärger kurze Zeit freien Lauf zu geben, um Dampf abzulassen. Wenn sich der Biathlet aber nicht zeitnah wieder auf das weitere Rennen fokussiert, sollte er besser seine Ausrüstung zusammenpacken und nach Hause fahren.

Blicke nach vorne!

Mache es also wie die Sportler: Widme Dich Deinen künftigen Aufgaben und verweile mental nicht überproportional lange in einer misslungenen Situation – der Blick nach vorne ist hierbei Dein Hebel zum künftigen Erfolg! Daher frage ich Dich dieses Mal: „Wie lange ärgerst Du Dich nach Fehlleistungen?“

Besprich Deine Erfahrungen diesbezüglich mit vertrauten Personen oder schreibe mir ein Mail: gerhard.furtmueller.presse@wu.ac.at.

Privat

Gerhard Furtmüller aka Doktor Furti ist Senior Lecturer am Department für Management der Wirtschaftsuniversität Wien und Young Science Botschafter. An der WU begleitet er jährlich Tausende Millennials auf ihrem Weg ins Berufsleben. Seine Publikationen zum Thema Motivationsaufbau sind u.a. im Harvard Business Review erschienen.

https://www.wu.ac.at/management/team/dr-gerhard-furtmueller