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Schutzmaßnahme

Masken auch für Polizisten Pflicht

++ THEMENBILD ++ CORONAVIRUS - SITUATION IN DER WIENER INNENSTADT
An und für sich sind Beamte angehalten, "grundsätzlich auf den Ein-Meter-Abstand zu achten", so ein Sprecher. Das sei aber nicht immer möglich.APA/HELMUT FOHRINGER
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Ab Mittwoch müssen Polizeibeamte in ganz Österreich mit Mund- und Nasenschutz unterwegs sein. 101 Beamte haben sich bereits infiziert.

101 Polizisten in Österreich sind bereits mit dem Coronavirus infiziert. Nicht nur deswegen gilt ab Mittwoch für alle Polizeibeamten eine Maskenpflicht. Die Beamten sollen auch „mit gutem Beispiel vorangehen“, sagte Innenminister Karl Nehammer am Montag.

So werden ab Mittwoch alle Polizisten in Österreich mit Mund- und Nasenschutz im Außendienst tätig sein. Laut Ministerium werden alle Amtshandlungen mit Masken durchgeführt werden. Auch beim Fußstreifendienst sind diese Masken Pflicht, ebenso bei Parteienverkehr auf Dienststellen. Demnach sind genug derartiger Masken vorrätig.

Von den 101 infizierten Beamten sind laut Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) jeweils ein Drittel in Tirol und ein Drittel in Niederösterreich. Das restliche Drittel verteilt sich auf die anderen Bundesländer. Insgesamt 933 Beamte befinden sich derzeit in Isolierung. Hier habe auch das Innenministerium ein "hohes Interesse an den Schnelltests".

30.000 Polizisten im Einsatz

Gerade für Polizisten in Quarantäne können "rasche Antikörpertests" Klarheit über eine Infektion bringen, sagte Nehammer bei der Pressekonferenz der Regierung am Montag. Insgesamt sind in ganz Österreich "knapp 30.000 Polizisten" im Einsatz. "Die Infektionsrate hält sich in Grenzen". Dennoch habe die Polizei Vorsorge getroffen. Polizeischüler im dritten oder vierten Semester, die schon über Praxis im Dienstbetrieb auf der Straße verfügen, wurden "ebenfalls schon in die Einsatzpläne mit hineingerechnet", sie sind teilweise auch schon in Polizeiinspektionen im Einsatz, sagte Nehammer bei der Pressekonferenz. Allgemein wird der Dienstalltag der Polizisten so gehandhabt, als würden sie "in häuslicher Gemeinschaft zusammenleben".

Größere Gruppen unvermeidbar

In den vergangenen Tagen wurde mehrmals kritisiert, dass die Polizei selbst in größeren Gruppen unterwegs ist. "Das ist dienstlich nicht anders möglich", sagte Daniel Fürst, Sprecher der Wiener Polizei. In der Bundeshauptstadt betrifft es primär Beamte der Bereitschaftseinheit, die "immer zu fünft, manchmal auch zu sechst" unterwegs sind. Die Beamten sind angewiesen, "grundsätzlich auf den Ein-Meter-Abstand zu achten". Allerdings ist das bei der Kernaufgabe der Exekutive, etwa bei Erste-Hilfe-Leistung, nicht immer möglich, Abstand zu halten, sagte Fürst. Normale Funkwagenbesatzungen sind ohnedies zu zweit oder manchmal zu dritt unterwegs.

Mehr als 10.000 Österreicher wurden bereits angezeigt, weil sie sich nicht an die Ausgangsbeschränkungen gehalten haben. "Das ist kein Ausdruck überbordender staatlicher Autorität", sagte Nehammer. "Es geht hierbei um die Sicherheit der Österreicherinnen und Österreicher", betonte er einmal mehr bei der Pressekonferenz.

(APA)