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Gartenkralle

Perspektivwechsel auf der Straße

Das Ziel der großen Krötenwanderung.
Das Ziel der großen Krötenwanderung.(c) Ute Woltron
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Spaziergänge entlang einer Straße, auf der man gewöhnlich nur mit dem Auto unterwegs ist, können erhellend sein und nachdenklich machen über die Rücksichtslosigkeit des Menschen.

Ein schlanker Vierzeiler des wunderbaren Wilhelm Busch war in den vergangenen Wochen mein gedanklicher Dauerbegleiter, und zwar immer dann, wenn ich die Krötenzäune abschritt. Das war jeweils am frühen Morgen, denn die Kröten wandern in der Nacht. Ab Ende Februar, Anfang März machen sie sich auf den Weg. Sie kehren zu den Tümpeln und Teichen ihrer Jugendtage zurück, zu den Plätzen, an denen schon ihre Krötenurgroßeltern das Ritual vollzogen. Es zieht sie dorthin zurück, wo sie erst als Laich, dann als Kaulquappe und schließlich als kleine Kröte das Licht der Welt erblickten, denn sie bleiben diesen Laichplätzen treu, auch wenn sie Sommer und Winter in anderen Quartieren verbringen.