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Unter 20 Euro: Pannonische und andere Klassiker im Glas

(c) Karin Schuh
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Wer langsam genug hat vom Kochen, lässt liefern. Eine gute Adresse dafür ist Max Stiegl vom Gut Purbach, der mit max@home pannonische und andere Klassiker im Glas liefert.

Man hält es schon eine Zeit lang mit dem Selberkochen aus. Es hat wirklich etwas für sich, endlich einmal die Kochbücher, die sich zu Hause stapeln, tatsächlich als solche und nicht nur als Bilderbücher zu verwenden. Da werden plötzlich Gerichte gekocht, die man sich sonst nicht zugetraut hätte. Aber irgendwann würden wir dann doch alle ganz gern wieder so richtig essen gehen, mit allem drumherum. Und ohne lang zu überlegen, was man denn heute kochen kann.

Aber das wird es noch lang nicht spielen. Zum Glück gibt es eine Zwischenlösung, die ganz gut zur Überbrückung dient. Denn viel schlimmer als für den Gast ist das Ganze natürlich für den Wirt. Und die meisten davon sind dieser Tage recht kreativ, liefern und kochen ein. Vor allem Letzteres ist praktisch (besonders dann, wenn man sich derzeit nicht in Wien aufhält). Da ist es ein Glück, dass Max Stiegl in der Küche seines Gut Purbach fleißig einkocht und pannonische Klassiker in Wien (und Umgebung) sowie ins nördliche Burgenland verschickt.

Und ein bisschen hat es schon etwas gemeinsam mit der Freude im Lokal, wenn keine zwei Tage nach der Bestellung eine freundliche Dame klingelt und das Paket vor die Tür stellt. Noch schöner ist die Vorfreude, wenn zwischen Home-Office und Abendessen nicht noch schnell gekocht, sondern nur noch aufgewärmt werden muss. Da hat man dann plötzlich eine sensationelle vegetarische serbische Bohnensuppe (8 Euro), die man selbst nie so mollig hinbekommen würde. Oder aber ein köstliches Paprikahendl (9 Euro) und ein fein abgestimmtes Salonbeuschel* (12 Euro), über das man sich selbst wohl nicht so schnell drübertraut − so lang kann die Krise gar nicht dauern. Geliefert wird im Halb-Liter-Rex-Glas, nur um die Beilagen muss man sich selbst kümmern.

Gut Purbach: Hauptg. 64, 7083 Purbach, ✆ 02683/ 560 86, gutpurbach.at, office@gutpurbach.at

*Nachtrag (20. 4. 2020)

Das Gut Purbach hat mittlerweile das Podukt „Salonbeuscherl" (mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 6. 5. 2020) zurückgerufen. „Wir haben dieses Produkt von einem Vertragspartner in Lohn produzieren und Abfüllen lassen und müssen Ihnen leider mitteilen, dass die Ware 'Salonbeuscherl', welche das Mindesthaltbarkeitsdatum 6.5.2020 aufweist, als möglicherweise gesundheitsschädlich beurteilt wurde“, heißt es auf der Website. Als Grund für den Rückruf wird „möglicherweise gesundheitsschädlich aufgrund von Bacillus cereus“ angegeben. Das in der Kolumne „Unter 20 Euro“ getestete Produkt war davon nicht betroffen. Es hatte also ein anderes Mindeshaltbarkeistdatum. Faktbox (4a6df532)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.04.2020)