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Arbeitsmarkt

Corona-Kurzarbeit sichert knapp 900.000 Arbeitsplätze

Arbeitsministerin Christine Aschbacher: „Die ersten Gelder werden bereits diese Woche fließen“
Arbeitsministerin Christine Aschbacher: „Die ersten Gelder werden bereits diese Woche fließen“APA/ROLAND SCHLAGER
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Der Andrang zur Corona-Kurzarbeit ist ungebrochen. Fast 40.000 Anträge mit einer Bewilligungssumme von rund 4,3 Milliarden Euro wurden bereits genehmigt.

Aktuell sind beim AMS bereits 78.852 Anträge auf Corona-Kurzarbeit in Bearbeitung (Stand Freitag, 17.4.) Davon sind bei 63.189 Anträgen ausreichend Informationen vorhanden, bei 15.663 Anträgen muss das AMS nacharbeiten. Spitzenreiter ist Wien mit 19.139 Anträgen, gefolgt von Niederösterreich mit 13.691 Anträgen und Oberösterreich mit 12.877 Anträgen. Die weitere Verteilung nach Bundesländern: Steiermark 9700 Anträge, Tirol 7253 Anträge, Salzburg 5989 Anträge, Vorarlberg 4497 Anträge, Kärnten 3976 Anträge, Burgenland 1730 Anträge.

Die 63.189 Corona-Kurzarbeitsanträge sichern 871.039 Arbeitsplätze. Das ist eine Steigerung von fast 50 Prozent im Vergleich zu Vorwoche. Mit Stand 10. April waren 40.704 vollständige Anträge in Bearbeitung, 608.607 Arbeitsplätze konnten damit gesichert werden. 39.298 Anträge mit einer Bewilligungssumme von rund 4,3 Milliarden Euro wurden bereits genehmigt.

„Der Andrang zur Corona-Kurzarbeit ist ungebrochen. Ab sofort sind auch die Unterlagen für die Abrechnung online“, teilte Arbeitsministerin Christine Aschbacher am Montag in einer Aussendung mit. Abgerechnet werden können Projekte, die bereits genehmigt sind.  Kleineren Betrieben steht ein eigens programmiertes Webtool zur Verfügung, für größere Unternehmen gibt es eine spezielle Excel-Projektdatei. Die damit erstellten Unterlagen können anschließend via eAMS-Konto eingereicht werden.

Zur Erklärung der einzelnen Schritte stehen unter [www.ams.at/kurzarbeit] (http://www.ams.at/kurzarbeit) mehrere Videos zur Verfügung. Damit soll eine korrekte Abrechnung erleichtert und so der Prozess für alle Beteiligten beschleunigt werden. Die Buchhaltungsagentur des Bundes unterstützt das AMS bei der Abrechnung und sorgt für eine schnellstmögliche Prüfung und Auszahlung.

„Die ersten Gelder werden bereits diese Woche fließen“, so Aschbacher. „Dennoch bitten wir weiterhin um Geduld. Zu Spitzenzeiten mit tausenden eingereichten Abrechnungen pro Tag kann es zu Verzögerungen kommen. Greifen Sie daher bitte weiterhin auf die Liquiditätshilfen des Finanzministeriums und der Hausbank zurück.“ Für Fragen zur Abrechnung steht auch die neue Hotline des Finanzministeriums unter der Telefonnummer 050233770 zur Verfügung.

Zur Erleichterung der endgültigen Lohnabrechnung im Betrieb wird das Arbeitsministerium in den kommenden Tagen Auslegungshilfen auf der Homepage zur Verfügung stellen. Für die Auszahlung der Kurzarbeitsbeihilfe ist keine vollständige und endgültige Lohnabrechnung notwendig.

10 Millionen Franzosen in Kurzarbeit

In der Coronakrise sind fast zehn Millionen Franzosen auf Kurzarbeit angewiesen. Arbeitsministerin Muriel Penicaud sagte am Montag dem Sender RTL, das sei eine "bisher noch nie dagewesene" Situation. Fast jeder zweite Arbeitnehmer in der Privatwirtschaft sei betroffen. In Österreich sind bereits fast 900.000 Menschen in Kurzarbeit.

Insgesamt bezifferte Penicaud die Zahl der Kurzarbeiter in Frankreich aktuell auf 9,6 Millionen. Wenn die Ausgangssperre am 11. Mai wie geplant ende, werde die wirtschaftliche Aktivität schrittweise wieder hochgefahren, sagte sie weiter. Auch dann sei aber noch staatliche Unterstützung für die Betriebe nötig, denn ansonsten drohten "Katastrophen". Genauere Angaben zur Exit-Strategie will Paris nach Angaben einer Regierungssprecherin bis Ende April machen.

Die französische Nationalversammlung hatte in der Nacht zu Samstag einem Hilfspaket von 110 Milliarden Euro zugestimmt, das am Dienstag durch den Senat soll. Alleine 24 Milliarden Euro sind für Kurzarbeit vorgesehen. In Frankreich erhalten betroffene Arbeitnehmer 84 Prozent ihres Nettogehalts. Die Kosten trägt überwiegend der Staat.

Die Deutsche Bundesbank geht davon aus, dass wegen der Viruskrise bereits im April die Zahl der Kurzarbeiter auf weit über eine Million steigen wird. Während der Wirtschaftskrise 2009 habe es in der Spitze 1,44 Millionen Kurzarbeiter gegeben - vor allem im verarbeitenden Gewerbe. Der Wirtschaftseinbruch treffe nun aber mehr Branchen. "Auch angesichts der zu erwartenden Schärfe der Rezession dürfte der Kurzarbeit tendenziell eine höhere Bedeutung zukommen als vor 11 Jahren", schreiben die Bundesbank-Experten.